In dem denkmalgeschützten, mit viel Fingerspitzengefühl restaurierten Haus speist man in besonders stilvollem Ambiente. Helmut Brenners würzige, globale Küche beeindruckt mit edlen Grundprodukten. So war die schaumige Erdäpfelsuppe mit Räucherlachsstreifen und Petersilienwurzelchips gekonnt kombiniert, die präzise gebratene Wachtelbrust auf Zwetschkenröster phantasievoll von cremiger Gänselebermousse mit etwas dominantem Coca-Cola-Gelee und frischestem Feldsalat auf Pecoraro-Balsamico begleitet. Das kross gebratene Wildlachssteak wurde auf gegrillten Ananasscheiben mit Chili-Meersalz und gedämpftem Zitronengrasreis angerichtet. Weiters genossen wir einen Tafelspitz zarter Konsistenz mit bissfestem Wurzelgemüse, frisch zubereitetem Apfelkren und gebackenem Kräuter-Erdäfpelpüree. Einzig die mit Waldbeeren- und Walnusseis garnierten Topfennockerln in Mohn- und Zimtbutterbröseln enttäuschten, sie waren pampig und schmeckten langweilig.
Altes Gericht Helmut Benner
In diesem teilweise noch aus dem 13. Jahrhundert stammenden Holz-Gebäude tagte bis zu Kaiserin Maria Theresias Zeiten das Gericht. Heute lässt es sich in den fünf gediegenen Stuben romantisch tafeln. Etwas verträumt wirkte nicht nur das urige Ambiente, wir warteten auf den ersten Gang über eine Stunde, an keinem Tisch kamen die Gänge gleichzeitig und die Unterteller waren teilweise schmutzig. Helmut Benner kombiniert Österreichisches kreativ mit internationalen Akzenten, kocht mit frischen Kräutern, seine Zutaten sind saisonal und die Portionen reichhaltig. Das Carpaccio an köstlichem Spargel-Kirschtomaten-Bärlauch-Salat war allerdings recht dick geschnitten, hervorragend die gratinierten Riesengarnelen auf Tomaten-Fenchel-Salat und Püree von gedämpften Pfirsichen. Die Suppen wurden lauwarm serviert, die Spargelcremesuppe langweilig und dünn; von der Konsistenz her besser, geschmacklich aber auch eher belanglos die Wiesenkräutersuppe mit Oliven-Ciabatta, Gleiches traf auf das gebratene Zanderfilet auf Spargel-Kirschtomaten-Liebstöckel-Ragout zu. Löblich die selbst gemachte Gartenkräutersauce beim Entrecôte, die überbackenen Kartoffeln kamen leider erst viel später. Aus der reichhaltigen Dessertkarte wählten wir eine leichte Joghurt-Topfen-Mousse auf Erdbeerspiegel mit erfrischendem Holunderblüten-Sorbet. Der Weinkeller im alten Gewölbe bietet einige Raritäten.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Kommentare werden geladen...