Es hat den Anschein, als hätte sich Patron Josef Steffner-Wallner von den ersten Jahren Anfangsstress und Neuorientierung des schon bei seiner Übernahme hochdekorierten Hauses erholt und seine eigene, kreative Linie gefunden. Das Mesnerhaus ist ein Kleinod feinster Gastronomie in einem Ort mit einer enormen Fülle an Gaststätten. Aus zwei Menüs darf gewählt werden: Große Verführung und Lebensfreude. Wir wählten von da und dort, und mit jedem Teller stieg die Vorfreude auf das, was noch kommen würde. Der Wildlachs aus dem Lungau mit Karotten und Ingwer zeigte die Strategie der Küche: heimische Grundprodukte, internationaler Geschmack und all das in vollendeter Harmonie. Geschmorte Rindsbackerln, die auf der Zunge zergingen, ein mürbes Rindsfilet perfekt gebraten, mit zarten Artischocken. Ochsenschwanz geschmort, dekorativ im Glas serviert. Verlockend die Desserts: cremiges Karamelleis, mit Schokolade ummantelt, auf feinem Kirschspiegel. Aufmerksam und liebevoll der Service, die Weinauswahl entspricht der Klasse des Hauses: bekannte Weine neben solchen von jungen Winzern. Die Mesnerhaus-Wirte haben sich die zwei Hauben ehrlich verdient.
Mesnerhaus Josef Steffner-Wallner und Maria Steffner-Lerchner
Lebensfreude versprechen die jungen Wirtsleute Josef und Maria Steffner – sie sehr sympathisch im Service, er fulminant in der Küche, und tatsächlich stellt sich vom ersten Moment an im uralten, modern gestylten Mesnerhaus Lebensfreude ein. Wem das noch nicht genügt, kann sich auch der großen Verführung widmen. Neugierig geworden? Tatsächlich bietet Josef Steffner unter diesen Überschriften kleine bis überbordende, aber immer ausgeklügelte Menüfolgen an, auch mit Weinbegleitung, denen sich der Gast neugierig unterwerfen oder natürlich seine eigene Speisenfolge zusammenstellen kann. Sein größtes Menü reicht über 12 Gänge. Trotzdem herrscht hier nicht wilde Völlerei, im Gegenteil: So elegant, fast karg das Haus renoviert ist, so elegant und schlank gibt sich die Küche. Gebratene Wildente mit Gebirgswermut, Steinbutt mit Zitrusfrüchten, ein Lungauer Ochs in zwei Gängen (Filet und Beuscherl), Rohschinken vom Hirsch und als Nachspeise Scheiterhaufen kalt und warm, Apfel und Vanille. Großartig. Und auch noch das kleine Menü mit Karotten-Ingwer-Suppe und einem selten geschmacksstarken Maishuhn war ein reiner Genuss. Schlicht und ergreifend.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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