Die berühmte Qual der Wahl hatten wir, nachdem wir die Speisekarte des Weilers einige Minuten studiert hatten. Sollten wir uns für die Wirtshausklassiker – etwa gebackene Leber – oder doch für das Candlelight-Dinner entscheiden? Nach langem Hin und Her gewann das Dinner, und wir danken Fortuna dafür. Nach marinierten Krebsen mit Kräutersalat – aus dem besonders die Melisse geschmacklich hervortrat – ging es mit einem lauwarm marinierten Tafelspitz weiter, ideal ergänzt durch eine sehr gute Kräutercreme. Ein kross gebratenes Saiblingsfilet mit Safransauce sowie ein mit Jungzwiebeln gebratenes Stubenküken, dessen zartes Fleisch durch die ideale Verwendung von Salz noch delikater wurde, verkürzten die Wartezeit auf den rosa gebratenen Lammrücken. Dessen Fleisch war exakt gebraten, das als Beilage gedachte Kohlrabi-Linsen-Gemüse hätte jedoch noch einiges an Garzeit benötigt. Besonders die Hülsenfrüchte waren eindeutig noch nicht in perfektem Zustand. Zur abschließenden Erdbeersuppe mit Rhabarber und Sauerrahmmousse genossen wir ein Glas Beerenauslese von Ernst Triebaumer, den uns die freundliche, wenngleich nur durchschnittlich aufmerksame junge Servicemitarbeiterin empfohlen hatte.
Weiler Martin Weiler
Das Gasthaus Weiler ist nicht nur für die Bewohner von Laa an der Thaya ein Segen, sondern auch für die umliegenden Nachbargemeinden. Viele der Dörfer im nördlichen Weinviertel haben schon länger kein eigenes Wirtshaus mehr. Wie schön, dass es solche unprätentiösen Juwelen wie das Gasthaus der Familie Weiler noch gibt, denn hier kann man nicht nur in verlässlicher Qualität essen, das Gasthaus ist auch in vielerlei Hinsicht das soziale Herz von Laa. So vielschichtig wie die Besucher stellt sich auch das kulinarische Angebot dar. Die einen wollen nur ein Glas Bier und das Sonntagsschnitzel genießen, während andere etwas zu feiern haben und sich mit einem größeren Menü belohnen wollen. Wir entschieden uns für den Mittelweg, sprich ein dreigängiges Menü, das mit einer lauwarm marinierten Lachsforelle mit Krensauce auch überzeugend begann. Ebenfalls köstlich die gebratene Maishendlbrust mit Safranzwiebeln und Erdäpfelpüree. Witzig und stimmig die Honigpfirsiche zum Dessert, zu denen sich ein erfrischendes Hollerblütengelee und eine zarte Joghurtmousse gesellten. Ein fair kalkuliertes Weinangebot mit Schwerpunkt Weinviertel machten das positive Bild komplett.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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