Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Die berühmte Qual der Wahl hatten wir, nachdem wir die Speisekarte des Weilers einige Minuten studiert hatten. Sollten wir uns für die Wirtshausklassiker – etwa gebackene Leber – oder doch für das Candlelight-Dinner entscheiden? Nach langem Hin und Her gewann das Dinner, und wir danken Fortuna dafür. Nach marinierten Krebsen mit Kräutersalat – aus dem besonders die Melisse geschmacklich hervortrat – ging es mit einem lauwarm marinierten Tafelspitz weiter, ideal ergänzt durch eine sehr gute Kräutercreme. Ein kross gebratenes Saiblingsfilet mit Safransauce sowie ein mit Jungzwiebeln gebratenes Stubenküken, dessen zartes Fleisch durch die ideale Verwendung von Salz noch delikater wurde, verkürzten die Wartezeit auf den rosa gebratenen Lammrücken. Dessen Fleisch war exakt gebraten, das als Beilage gedachte Kohlrabi-Linsen-Gemüse hätte jedoch noch einiges an Garzeit benötigt. Besonders die Hülsenfrüchte waren eindeutig noch nicht in perfektem Zustand. Zur abschließenden Erdbeersuppe mit Rhabarber und Sauerrahmmousse genossen wir ein Glas Beerenauslese von Ernst Triebaumer, den uns die freundliche, wenngleich nur durchschnittlich aufmerksame junge Servicemitarbeiterin empfohlen hatte.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Der erste Eindruck stimmte verdrießlich. Der Service irrlichterte zwischen Hilflosigkeit, Überforderung und Angestrengtheit, war aber immerhin freundlich. Der Gastgarten deprimierte durch zügellos zusammengewürfelte Irritationen aus dem Baumarkt. Am Nebentisch (ausgewachsene Erwachsene) wurde zum Schnitzel mit Pommes das Ketchup mit geräuschbegleitender Sogwirkung aus der Familien-Vorteils-Flasche gequetscht. Dann aber: Überraschung. Aus der Küche erreichten uns geballte Ladungen kulinarischer Großleistungen. Nach der Suppe vom gelben Paprika mit Saiblingtascherl und einer Spargelcremesuppe mit Ochsenpraline war aller Unmut verflogen. Der Lammrücken sehr rosa, sehr saftig, perfekt getimt, mit Grießschnitten, Kohlrabi und Linsen – ein Gedicht. Die geschmorten Rindsbacken ebenso. Diesen Spagat gilt es erst einmal zu bewältigen: gleichzeitig den Niederungen eines Alltags in einem Stadtgasthaus gewachsen zu sein als auch durch eine unverkrampfte, präzise Küche zu begeistern, das schaffen nicht sehr viele. Maximaler Respekt. Die Desserts waren entbehrlich, stattdessen fiel Zwiebelmarmelade für zu Hause ab. Eine lokale Spezerei, sehr köstlich und sehr zu empfehlen.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Laa an der Thaya ist den Österreichern vornehmlich durch seine Therme ein Begriff. Gastronomische Top-Adressen sind jedoch im Norden Niederösterreichs spärlich gesät und um so erfreulicher sind Adressen wie das Gasthaus Weiler. Auch wenn wir dieses Jahr kleine Abstriche machen mussten, zusammenfassend war unser Besuch wieder ein gelungenes Ereignis. Die Schaumsuppe vom gelben Paprika duftete und schmeckte intensiv nach dem vitaminreichen Gemüse, der dazu gereichte Saiblingsstrudel war hingegen wohl schon eine Spur zu lange im Kühlraum gelegen. Al dente kamen die Papardelle mit Brokkoli und Champignons auf den Tisch und das geschmorte Rindsschulterscherzel zerging förmlich auf der Zunge. Die zum Fleisch servierte Zwiebelsauce war leider nicht gerade geschmacksintensiv. Den Abend versüßte uns zum Finale noch ein cremiges Bailey's Parfait und ein erfrischendes Marillensorbet, die jedoch den Gesamteindruck nicht ganz an letztes Jahr anschließen ließen.

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Weiler Martin Weiler

Das Gasthaus Weiler ist nicht nur für die Bewohner von Laa an der Thaya ein Segen, sondern auch für die umliegenden Nachbargemeinden. Viele der Dörfer im nördlichen Weinviertel haben schon länger kein eigenes Wirtshaus mehr. Wie schön, dass es solche unprätentiösen Juwelen wie das Gasthaus der Familie Weiler noch gibt, denn hier kann man nicht nur in verlässlicher Qualität essen, das Gasthaus ist auch in vielerlei Hinsicht das soziale Herz von Laa. So vielschichtig wie die Besucher stellt sich auch das kulinarische Angebot dar. Die einen wollen nur ein Glas Bier und das Sonntagsschnitzel genießen, während andere etwas zu feiern haben und sich mit einem größeren Menü belohnen wollen. Wir entschieden uns für den Mittelweg, sprich ein dreigängiges Menü, das mit einer lauwarm marinierten Lachsforelle mit Krensauce auch überzeugend begann. Ebenfalls köstlich die gebratene Maishendlbrust mit Safranzwiebeln und Erdäpfelpüree. Witzig und stimmig die Honigpfirsiche zum Dessert, zu denen sich ein erfrischendes Hollerblütengelee und eine zarte Joghurtmousse gesellten. Ein fair kalkuliertes Weinangebot mit Schwerpunkt Weinviertel machten das positive Bild komplett.

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