Eine gemütlich traditionelle, fast urige Atmosphäre und ein freundlicher Service erwarten den Gast in den historischen Räumlichkeiten von Sigwart’s Weinstuben. Besonders erwähnenswert: Zu den Öffnungszeiten Donnerstag bis Sonntag bietet die Küche die gesamte Speisekarte durchgehend von 12 bis 22 Uhr an. Schon der Einstieg – frisches, noch warmes Brot mit Kräuteraufstrich und köstlichem Olivenöl – war gelungen. Die Fischvorspeisen, Variation vom Saibling sowie Garnelen im Erdäpfelmantel, waren frisch und trefflich zubereitet. Die feine Klinge des Kochs zeigte sich an der köstlichen und perfekt temperierten Wachtelconsommé mit Ei und Gemüsebouquet. Das ausgelöste Stubenküken mit frischen Morcheln, Madeirasauce, Morchelrisotto und weißem Spargel erinnerte uns allerdings ein wenig an die 70er. Schon der Teller optisch überladen, wurde auch der Gaumen mit zu vielen Geschmackseindrücken überfordert. Klassisch gut hingegen das Roastbeef mit weißem Spargel – zartrosa das Fleisch, der Spargel bissfest. Die Nachspeisen – frische Erdbeeren mit Vanilleparfait gratiniert und Topfenpalatschinken modern interpretiert mit Tahitivanillesauce mit Rhabarber – ein schöner Abschluss. Die Weinkarte ist eine gute Mischung aus österreichischen und internationalen Weinen zu trinkfreudigen Preisen.
Sigwart's Tiroler Weinstuben Anton Sigwart jun.
Seit mehr als 200 Jahren thront dieses Haus mit den urgemütlichen historischen Stuben und dem lauschigen Gastgarten am Eingang des Alpbachtals. Das konstant hohe kulinarische Niveau zieht Gourmets auch aus der Ferne an. Die Küche huldigt zwar den Klassikern, verschließt sich aber nicht der Moderne und glänzt mit virtuos ausbalancierten Kreationen. Uns erfreuten sogleich die hausgemachten Biobrote mit gesalzener Butter und Olivenöl. Das Vitello tonnato wurde kreativ in mit Tatar gefüllten Röllchen serviert. Die Kresseschaumsuppe zeichnete sich durch authentischen Geschmack aus. Ein Genuss die gebratenen Thunfischmedaillons mit rassig-frischem Limettendressing. Das Blutorangen-Kaki-Sorbet zwischendurch machte Lust auf weitere Höhenflüge. Sie folgten in Form von gebratenen Perlhuhnbrüstchen mit herrlichem Natursaft, angerichtet auf Rotweinrisotto und einem kernigen Rücken vom Mangalitzaschwein in Brunnenkressekruste mit Knoblauchgnocchi als aromatische Partner. Auch zum Finale war die persönliche Note des Kochs erkennbar; würziger Dolce Latte wurde mit pikant eingelegter Charentais-Melone aufgetragen.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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