Das japanische Restaurant im siebenten Stock des Grand Hotels wurde über den Sommer umgebaut – mehr Licht durch Fenster, reduziertes Design in Weiß und dunklem Holz –, am kulinarischen Angebot hat das aber nichts verändert. Wie seit Jahren ist man bemüht, authentische japanische Küche auf hohem Niveau zu bieten. Zumindest atmosphärisch klappt das gut, die geschmackliche Qualität schien uns hingegen stellenweise durchaus ausbaufähig: Ein wenig langweilig war etwa der als Gruß aus der Küche servierte Sesam-Tofu. Auch das Tempura moriawase – Gemüse, Fisch und Garnelen in Teig gebacken – sah zwar beeindruckend aus, hinterließ aber kaum Eindruck am Gaumen. Hervorragend das Sushi, perfekt von der Reiskonsistenz bis zur Qualität des Fisches. Zum Hauptgang probierten wir gemischte Meeresfrüchte mit Blattspinat, zubereitet vor unseren Augen auf dem Teppanyaki-Herd, was nicht nur eine feine Show ist, sondern auch vorzüglich schmeckte. Nicht ganz so überzeugend die Desserts: Sowohl das Tiramisu vom grünen Tee als auch die Crème brûlée vom schwarzen Sesam dürfen zumindest als Versuch gelten, europäische Klassiker japanisch zu übersetzen.
Unkai Siegfried Pucher
Im siebten Stock des Wiener Grand Hotels ist der Name des Restaurants Programm, denn Unkai bedeutet aus dem Japanischen übersetzt so viel wie Wolkenmeer. Täglich wird hier vom langjährigen Küchenchef Hiroshi Sakai und seinem Team himmlische, authentisch japanische Küche angeboten. Wir begannen unser Abendessen mit einem Sakeschaumwein, einem erfrischenden Getränk, ganz in der Stilistik eines Prosecco, aber viel spezieller in den Aromen. Weiter ging es mit den legendären Sushi- und Makivariationen. Die gibt es weit und breit sicher kaum besser als hier. Für uns immer ein Tipp, wenn es nur Sushi sein soll: die Unkai-Bar im Erdgeschoß des Grand Hotels. Wir wollten jedoch mehr und kosteten uns auch durch die verschiedenen Tempura-Arten. Alles von hervorragender Qualität. Spannend war das Zwischengericht: eine Reissuppe mit gesalzenen Pflaumen. Ebenfalls sehr gut: die Buchweizennudeln mit grünem Teepulver. Besonders gefallen hat uns auch die Weinauswahl, die deutlich von den üblichen Einheitsweinkarten abweicht. Leider sind die Preise, speziell bei den glasweisen Weinen, ziemlich hoch. Der Service ist sympathisch, kompetent und allgegenwärtig.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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