Was gibt es Schöneres, als an einem warmen Sommerabend im Gastgarten eines feinen Restaurants zu sitzen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen? Die etwas längeren Service-Wege stellten die hoch professionell und überaus freundlich agierende Mannschaft des Verdi trotz Vollbesetzung der Terrasse jedenfalls vor keinerlei Schwierigkeiten. Der einzige Schwachpunkt bei unserem Besuch zeigte sich gleich am Anfang: Das zum Gedeck gereichte Brot war weder frisch noch resch, die neben der Butter gereichten Tapenade und der Liptauer eher banal. Der erste Gruß aus der Küche (ein Eierschwammerl-Cocktail und eine Karotten-Ingwer-Schaumsuppe) vertrieb eventuelle Bedenken aber rasch und nachhaltig. Nicht anders als grandios ließ sich die Räuchermousse vom Waller im Rote-Rüben-Geleemantel und die Gänseleber mit Cuba-Libre-Glasur beschreiben. Handwerklich perfekt, wunderschön präsentiert, war beides wahrlich ein kulinarischer Hochgenuss. Die dazu glasweise empfohlenen Weine harmonierten perfekt. Witzig und köstlich der als weiterer Gruß aus der Küche als Zwischengang servierte Radicchio-Salat mit Blauschimmelkäse. Als Hauptgang folgten wir der mündlichen Empfehlung des Kellners und orderten ein Filet vom Chianina-Rind aus der Toskana, das in der italienischen Heimat für die berühmte Bistecca fiorentina verwendet wird. Auch dieses Gericht war perfekt gegart, zart und aromatisch. Sehr gut auch das Dessert, eine Variation des Apfelthemas namens „Apfelschlangerl“.
Verdi Helga und Erich Lukas
Der Küchenmeister Erich Lukas dirigiert äußerst feinfühlig seine Kochsinfonie. Unter dem Motto „Saluda de la cucina“ werden außergewöhnliche Geschmackserlebnisse serviert. Die Küche hat ihre ganz eigenen Reize: Hochwertige Ausgangsprodukte, deren Geschmack und Aroma mit viel Fingerspitzengefühl herausgearbeitet und veredelt werden, gepaart mit höchster Kreativität und neuartiger Interpretation von Bekanntem. Der Tintenfisch mit flüssigem Kopfsalat und Kräuterigel entpuppte sich als frische Köstlichkeit mit leicht mediterranem Einschlag. Der Klassiker Wald & Wiese (Beef Tatar, Pilze in Texturas, Kräutersalat) erwies sich als perfekte Kombination in gekonnter Ausführung. Die gebratenen Jakobsmuscheln mit Leondinger Spargel und der Wildfang-Steinbutt mit Spargel und Wurzelspinat waren schlichtweg großartig – fein, zart und subtil. In dieser Liga kämpfte auch der Maibock im Kakaobohnenmantel mit Selleriecreme, Pilzjus und Kräuterseitlingen. Als süßes Finale war der Gâteau von der Passionsfrucht genau richtig. Der Service zeigte sich zeitweise überlastet und wenig aufmerksam. Das Angebot an offenen Kreszenzen ist verbesserungswürdig.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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