Vincent-Patron Gruber schafft es immer wieder, gute Leute an Land zu ziehen. So wartet das Vincent im Zweiten seit dem (für wen eigentlich überraschenden?) Abgang von Harald Riedl mit einer perfekt aufgestellten Mannschaft auf, die bereits kurz nach ihrem Antritt ein paar beeindruckende Gerichte vorlegte. Das begann mit einem Amuse gueule, das dem Namen endlich einmal gerecht wurde: einem Eis aus Mais, im hochstieligen Glas platziert. Es folgte eine Kombination von Gemüsen, einmal Karotte, einmal Rote Rübe, die so pinzettenartig fein arrangiert und so einfallsreich zubereitet waren, dass man nicht anders konnte als zu applaudieren. Und ja, das waren nicht die einzigen Highlights in der Menüfolge, die gekrönt wurde durch ein butterzartes Etwas, ein geschmortes Teil vom Rind, in einer Sauce von höchster aromatischer Dichte, dazu eingelegte Marillen, darauf eine vor Ergriffenheit über ihren großen Auftritt zartschmelzende Gänseleber. Die Desserts: große – internationale – Schule, vor allem beim Thema Schokolade (kein Wunder, hat doch die Patisseuse bei Petz und den Obauers gearbeitet, den besten Nachspeisenmachern Österreichs). Die Weinkarte ist groß und bei Maître Gruber in besten Händen. Er begleitet die Gerichte mit einer Auswahl an Weinen, die selbst den verwöhntesten Gast aufmerken lassen.
Vincent Frank Gruber
Es gibt in Wien kein anderes Spitzenlokal, in dem die Gegenpole Kontinuität und Wandel gleichermaßen konsequent gelebt werden. Für Erstere steht Patron Frank Gruber, der seit 1973 mit stoischer Gelassenheit das vom Studentenbeisl zum Gourmetrestaurant gereifte Haus führt. Für den Wandel sind die vielen Meisterköche wie Neunkirchner, Kulterer oder Riedl verantwortlich, die im Lauf der Jahre diesen Ort zu einer Art kulinarischem Durchlauferhitzer gemacht haben. Mit Peter Zinter hat Gruber nun einen bislang eher unbekannten Küchenchef engagiert, über dessen Arbeit sich ein – angesichts der Klasse seiner Vorgänger – überraschendes Resümee ziehen lässt: So gut hat man im „Vincent“ noch nie gegessen. Die „Idee von Apfel und Karfiol“ stellt sich als eine sehr gute heraus, die beiden Geschmäcker werden als Creme und Windgebäck gelungen kombiniert. Dann folgt ein Höhepunkt auf den anderen: Gänseleber mit Aal und einer fantastischen Entenblutwurst; ein von seiner Konsistenz her unübertrefflicher Oktopus, der von einem leicht süßlichen Pastinakenpüree und Kammmuscheln perfekt begleitet wird; ein Kalbsbries, das mit Cremetupfern von Avocado, Vanille und Karotte ungeahnte Harmonien erzeugt; und ein geschmortes Stück vom Langenschlager Bison mit „Interpretation von der Folienkartoffel“, die sich als extrem geschmacksintensive Erdäpfelcreme erweist – alles auf höchstem Niveau, das auch bei den Desserts dank der fantastischen Patissière Karin Edinger gehalten wird. Gratulation an das Team, der Titel „Rookie of the year“ wird dem erst 32-jährigen Zinter wohl nicht zu nehmen sein.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
Kommentare werden geladen...