Detailansicht 2012

2010
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Auf der Kreidetafel steht es fast ein wenig traurig: „Am Donnerstag kocht Alain Weissgerber französisch. Sonst offenbar also nicht, wie man der Karte gleich entnimmt, die man in einem der schönsten Gastgärten des Burgenlandes schmökert. Denn der Chef und Koch der Blauen Gans hat schon ein Jahr vor der Wirtschaftskrise auf Wirtshaus umgesattelt, 2009 folgten dann einige nach. Dieses Fach beherrscht das Ausnahmetalent Weissgerber wie kein Zweiter: Ob Kutteln, gebackener Kalbskopf oder – die Gans ist nicht zuletzt auch ein Ausflugslokal – Wiener Schnitzel, die Klassiker der österreichischen Küche gelingen perfekt und rechtfertigen jede noch so lange Anfahrt. Die im Körbchen servierten Salate mit Garnelen bringen den Sommer auf den Tisch, die Steinpilzsuppe den frühen Herbst. Einen schönen Höhepunkt setzt die Küche bei den Süßwasserfischen, der gebratene Wels war perfekt gegart und sehr intensiv gewürzt, das Gemüse im kleinen Eisentopf gut und hübsch.(Und wenn noch Platz ist: Manchmal kocht Weissgerber im familieneigenen Haus im See im nahen Ungarn, was in der Küche kaum bemerkbar ist.

2009
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Abgesehen von einem Backhendelmenü, einem Gulasch hier und einem Butterschnitzel dort, war von der Umsetzung der Weissgerber-Eselböck´schen Absichtserklärung, die Blaue Gans in einen Wirtshausbetrieb umwandeln zu wollen, zum Zeitpunkt unserer Visite wenig zu bemerken. Wobei wir die Letzten wären, die das bemängeln würden: Die Aussicht, auch künftig süchtig machende Gänseleberterrine genießen zu dürfen, beflügelte uns ebenso, wie es uns kalt ließ, dass roh marinierter Thunfisch oder Spargelcreme vom Feinsten vielleicht nicht gerade typischer Wirtshauskultur entsprechen. Auch damit, dass selbst die saure Erdäpfelsuppe gerade so viel Rustikalität aufzuweisen hatte wie ein Komtesserl im Dirndlkostüm oder dass der Seebarsch mit seinem wunderbaren Kräuteraroma jedem mediterranen Spitzenrestaurant zur Ehre gereicht hätte, konnten wir uns gut abfinden. Dass auch die Desserts, wie die im Singular servierten Schnee-Eier, nicht erkennbar von der bisher gepflegten Linie abwichen, überraschte unter diesen Vorzeichen nicht wirklich, was auch die für mehr als voluminöse Weinauswahl und das (angemessen hohe) Preisniveau galt. Als übermotiviert empfanden wir den ungefragt nachschenkenden Service.

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Zur Blauen Gans Oliver Wiegand

Oliver Wiegand ist es gelungen das Restaurant nach den Widrigkeiten der letzten Zeit auf einen neuen geradlinigen Kurs einzuschwören. In der Küche ist ihm das mit einer unkomplizierten, auf das Wesentliche konzentrierten Zubereitung geglückt, beim Service wären noch einige Korrekturen notwendig. Ein Lokal dieser Klasse verdient sich einfach auch bei den Kellnern kompetente Kräfte. So ging es nach der oberflächlichen Begrüßung ohne Aperitif direkt zu den gebratenen Jakobsmuscheln mit Speckknödeln und Linsen. Die Vorspeise überzeugte ebenso wie der optimal gebratene Wels mit Blattspinat. Eine Qualitätsstufe höher angesiedelt waren die Schoko-Kokos-Knödel mit Ananassorbet – endlich wieder einmal ein Dessert, das solides Handwerk mit einer Spur Kreativität verband.

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