Auf der Kreidetafel steht es fast ein wenig traurig: „Am Donnerstag kocht Alain Weissgerber französisch. Sonst offenbar also nicht, wie man der Karte gleich entnimmt, die man in einem der schönsten Gastgärten des Burgenlandes schmökert. Denn der Chef und Koch der Blauen Gans hat schon ein Jahr vor der Wirtschaftskrise auf Wirtshaus umgesattelt, 2009 folgten dann einige nach. Dieses Fach beherrscht das Ausnahmetalent Weissgerber wie kein Zweiter: Ob Kutteln, gebackener Kalbskopf oder – die Gans ist nicht zuletzt auch ein Ausflugslokal – Wiener Schnitzel, die Klassiker der österreichischen Küche gelingen perfekt und rechtfertigen jede noch so lange Anfahrt. Die im Körbchen servierten Salate mit Garnelen bringen den Sommer auf den Tisch, die Steinpilzsuppe den frühen Herbst. Einen schönen Höhepunkt setzt die Küche bei den Süßwasserfischen, der gebratene Wels war perfekt gegart und sehr intensiv gewürzt, das Gemüse im kleinen Eisentopf gut und hübsch.(Und wenn noch Platz ist: Manchmal kocht Weissgerber im familieneigenen Haus im See im nahen Ungarn, was in der Küche kaum bemerkbar ist.
Zur Blauen Gans Oliver Wiegand
Oliver Wiegand ist es gelungen das Restaurant nach den Widrigkeiten der letzten Zeit auf einen neuen geradlinigen Kurs einzuschwören. In der Küche ist ihm das mit einer unkomplizierten, auf das Wesentliche konzentrierten Zubereitung geglückt, beim Service wären noch einige Korrekturen notwendig. Ein Lokal dieser Klasse verdient sich einfach auch bei den Kellnern kompetente Kräfte. So ging es nach der oberflächlichen Begrüßung ohne Aperitif direkt zu den gebratenen Jakobsmuscheln mit Speckknödeln und Linsen. Die Vorspeise überzeugte ebenso wie der optimal gebratene Wels mit Blattspinat. Eine Qualitätsstufe höher angesiedelt waren die Schoko-Kokos-Knödel mit Ananassorbet – endlich wieder einmal ein Dessert, das solides Handwerk mit einer Spur Kreativität verband.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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