Detailansicht 2012

2011
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Dass Chef Herbert Hintner – nebenbei Ehrenpräsident der Jeunes Restaurateurs d'Europe in Italien – zu einer Institution der Südtiroler Top-Küche geworden ist, erwies sich einmal mehr. Stilsicher brachte er klassische regionale Küche mit mediterranen Akzenten auf den Tisch und verlieh jedem Gericht eine persönliche Note. Etwa durch sein Faible für Farbigkeit – so wurden schon zu Beginn die Grissini mit Holzkohle schwarz eingefärbt. Ein edler Einstand war der extravagante Cappuccino von frischen Erbsen, pfiffig abgerundet mit Gorgonzolacreme. Deliziös schmeckten die mit Ochsenschwanz gefüllten Artischocken auf aromatischem Lauchsud. Saftig geriet der frische Zander, geschmacklich aufgepeppt mit einer Senfkruste und garniert mit einer herrlichen Creme von Eisbergsalat. Die bissfeste Perlhuhnbrust war mit einer flaumigen Bärlauch-Farce raffiniert gefüllt und wurde von Spargel sowie Kichererbsen-Püree harmonisch begleitet. Als besonders regionstypisch, gekonnt und farbenfroh erwies sich der von Chefin Margot servierte Abschluss mit Kloanzn(Birnen)-Schupfnudeln, erfrischendem Holler-Erdbeer-Salat und Basilikum-Limetten-Sorbet.

2010
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das A und O in Herbert Hintners Küche sind hochwertige Lebensmittel, deren Geschmack und Aromen er mit viel Fingerspitzengefühl herausarbeitet. Er huldigt vorzugsweise den Gaben der heimischen Natur und veredelt mit einem feinen, kreativen Kniff die regionale Küche. Los ging es mit einem köstlichen, wunderbar lockeren Kartoffelflan auf Petersilie, blauen Kartoffeln, Lamm und Wurzelgemüse. Es folgten frischer Zander, Artischocken und ein mildes Zwiebelsorbet, dessen süßliches Aroma hervorragend mit dem Fisch harmonierte, ohne dominant zu sein. Raffinesse zeigte der Chef beim Minzrisotto mit Seeteufel in der Pfeffermelange, dem er mit Zitronenöl die erfrischende Note verpasste. Etwas zu salzig gerieten die Zahnbrasse auf Blattspinat und Kartoffel-Spinat-Tatar. Schließlich wurden wir mit einem sensationellen Pre-Dessert überrascht: Palatschinken mit Strudelsauce, eine neue Interpretation des Apfelstrudels, dazu Mohneis. Den krönenden Abschluss bildete die Hippe mit Karamellcreme und Schokolade auf Orangenscheiben und Mangoeis. Imposante Weinkarte mit Schwerpunkt Südtirol, Burgund, Toskana und Piemont.

2009
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


In Südtirols größter Weinbaugemeinde kommen Gourmets im Restaurant "Zur Rose" vollends auf ihre Kosten. Nach einem erfrischenden Glas Sekt verwöhnte uns die Küche zunächst mit einem an der Haut gebratenen Saibling, welcher mit eingelegtem Paprika und einem erfrischenden und intensiven Basilikumsorbet serviert wurde. Weitaus deftiger ging es mit den zwei folgenden Gerichten weiter: Zunächst bekämpfte eine Spinatsuppe mit Schlutzkrapfen unseren Hunger sehr erfolgreich. Endgültig besiegt wurde dieser durch die Vollkornravioli, die mit Graukäse gefüllt waren. Ohne nähere Erläuterung wurde uns vom sonst aufmerksamen Service der Fischgang serviert. So mussten wir uns auf unsere Erfahrungen verlassen und vermuteten, dass wir ein vorzügliches Filet von der Brasse serviert bekamen. Der zarte Hirschrücken - mit Selleriepüree und Apfelmus serviert - war an Zartheit kaum zu übertreffen und verdiente sich in allen Belangen eigentlich das Prädikat perfekt. Das flaumige Soufflé mit Kirschen zum Schluss reihte sich nahtlos in die gelungene Leistung der gesamten Mannschaft ein.

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Zur Rose Herbert und Margot Hintner

Keiner der Südtiroler Spitzenköche konnte sich so lange oben auf der Erfolgswelle halten wie der Pusterer Herbert Hintner, den die Liebe zur Rosenwirtstochter Margot ins Überetsch führte. Mit zunehmendem Alter kann er, vom Naturell her eher ein Choleriker, sogar gelegentlich ein paar Kritikerhiebe über sein hohes Kochhandwerk einstecken. Die fabelhafte Welt, die Hintner am Herd entstehen lässt, kommt vorwiegend mit Zutaten aus dem alpinen-mediterranen Raum. Als begnadeter Kommunikator weiß der Rose-Chef, dass er hie und da ein paar Experimente wie das kuriose Knödelsoufflé oder die Ravioli mit Heilerde inszenieren muss. Besser gefielen da schon die kleineren Abenteuer, etwa die sehr gelungenen Kalbskopfvariationen mit dezentem Senf-Eis oder die getrüffelte Perlhuhnbrust mit ihrer herzhaften Sauce. Höchstnoten für das kompromisslos fettmarmorierte Spanferkel. Nicht unbedingt die Hauptspeise für einen Waschbrettbauch, aber ein untrüglicher Beweis dafür, dass Herbert Hintner zu den besten Fleischköchen des Landes gehört. Sehr gnädig hingegen, ja kalorienarm und ungemein erfrischend war der Sorbet-Reigen exotischer Früchte.

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