Dass Chef Herbert Hintner – nebenbei Ehrenpräsident der Jeunes Restaurateurs d'Europe in Italien – zu einer Institution der Südtiroler Top-Küche geworden ist, erwies sich einmal mehr. Stilsicher brachte er klassische regionale Küche mit mediterranen Akzenten auf den Tisch und verlieh jedem Gericht eine persönliche Note. Etwa durch sein Faible für Farbigkeit – so wurden schon zu Beginn die Grissini mit Holzkohle schwarz eingefärbt. Ein edler Einstand war der extravagante Cappuccino von frischen Erbsen, pfiffig abgerundet mit Gorgonzolacreme. Deliziös schmeckten die mit Ochsenschwanz gefüllten Artischocken auf aromatischem Lauchsud. Saftig geriet der frische Zander, geschmacklich aufgepeppt mit einer Senfkruste und garniert mit einer herrlichen Creme von Eisbergsalat. Die bissfeste Perlhuhnbrust war mit einer flaumigen Bärlauch-Farce raffiniert gefüllt und wurde von Spargel sowie Kichererbsen-Püree harmonisch begleitet. Als besonders regionstypisch, gekonnt und farbenfroh erwies sich der von Chefin Margot servierte Abschluss mit Kloanzn(Birnen)-Schupfnudeln, erfrischendem Holler-Erdbeer-Salat und Basilikum-Limetten-Sorbet.
Zur Rose Herbert und Margot Hintner
Keiner der Südtiroler Spitzenköche konnte sich so lange oben auf der Erfolgswelle halten wie der Pusterer Herbert Hintner, den die Liebe zur Rosenwirtstochter Margot ins Überetsch führte. Mit zunehmendem Alter kann er, vom Naturell her eher ein Choleriker, sogar gelegentlich ein paar Kritikerhiebe über sein hohes Kochhandwerk einstecken. Die fabelhafte Welt, die Hintner am Herd entstehen lässt, kommt vorwiegend mit Zutaten aus dem alpinen-mediterranen Raum. Als begnadeter Kommunikator weiß der Rose-Chef, dass er hie und da ein paar Experimente wie das kuriose Knödelsoufflé oder die Ravioli mit Heilerde inszenieren muss. Besser gefielen da schon die kleineren Abenteuer, etwa die sehr gelungenen Kalbskopfvariationen mit dezentem Senf-Eis oder die getrüffelte Perlhuhnbrust mit ihrer herzhaften Sauce. Höchstnoten für das kompromisslos fettmarmorierte Spanferkel. Nicht unbedingt die Hauptspeise für einen Waschbrettbauch, aber ein untrüglicher Beweis dafür, dass Herbert Hintner zu den besten Fleischköchen des Landes gehört. Sehr gnädig hingegen, ja kalorienarm und ungemein erfrischend war der Sorbet-Reigen exotischer Früchte.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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