Die Bezeichnung „Heurigenhof" ist tiefgestapelt: Eher kann man schon von einem Restaurant sprechen, so ambitioniert wie sich die Küche präsentiert. Das begann mit den Materialien: Der Büffelmozzarella von Robert Pagets Käserei schmeckt schon alleine hervorragend, ein Wildkräutersalat brachte den Käse noch besser zur Geltung. Der gebackene Blutwurststrudel gab uns einen herrlichen Vorwand, auf kräftigere Weine aus dem Gut umzusteigen. Beim großartigen, knusprig gebratenen Schweinsbauch mit geschmortem Spitzkraut waren wir dann beim Smaragd angelangt. Zum Abschluss ein leichtes Weingartenpfirsich-Sorbet mit einem Brut und wir fragen: Warum schmeckt es nicht in allen Heurigen so?
Heurigenhof Bründlmayer Martin Schierhuber
Die Weine Willi Bründlmayers allein wären ein Grund einzukehren. Denn hier findet der Aficionado von Lamm, Käferberg, Lyra und Heiligenstein auch immer wieder das eine oder andere Fläschchen aus früheren Jahren. Weine, die jetzt ihren perfekten Reifepunkt erreicht haben. Wie gesagt: Man würde alleine deshalb schon kommen. Wie schön aber, wie wunderbar eingefädelt, dass wir es hier so nebenbei auch mit dem wahrscheinlich bestgeführten Heurigen des Landes zu tun haben. (Na gut, mit solchen Rankings sind wir immer vorsichtig. Aber der gefühlte beste jedenfalls.) Essen der Region zugetan, aber niemals provinziell, einfach, aber niemals simpel. Zum Einstieg einmal der köstliche Kübelspeck, der so gut zum trockenen Sekt aus dem Haus B. passt. Danach vielleicht Blunze, diesmal als Strudel, mit einer chili-scharfen Beilage. Ein Rücken vom Reh – selten so gut gehabt. Dazu eine Palatschinke mit Topfen. Da freut sich der Rotwein im Glas. Die Desserts einfallsreich, der Käse von Maître Antony. Das Backhendl soll zu den besten zu zählen sein. Oh Gott, schon wieder ein Ranking.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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