Detailansicht 2012

2010

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Was sollen wir sagen? Eines der schönsten Lokale der Stadt, an einem sozusagen neuralgischen Punkt am belebtesten Teil des Naschmarkts, neben dem Theater an der Wien. Das Lokal zieren im Eingangsbereich Fotos und Zeitungsausschnitte, die die gesellschaftliche Verankerung des Chefs, von Freunden und Stammgästen einfach nur „Ivo genannt, illustrieren. Doch der scheint irgendwie ein Problem zu haben, seine Köche ans Haus zu binden. Die Küche ist gewissermaßen zeitgemäß, also ein bisschen saisonal, ein bisschen Asia, ein bisschen mediterran. In der Vitrine lagern frische Tramezzini und Brote mit Beinschinken und Kren. Vielen dienen sie als sicherer Hafen im Fall des Hungers, wenn sie im Theatercafé zum Plausch oder in der Opernpause vorbeischauen. So lange, bis halt wieder ein neuer Chef in der Küche für Kontinuität sorgt.

2009

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Herbert Malek, einer der interessantesten Köche der Wiener Restaurantszene der vergangenen zwanzig Jahre, der unter anderem im Restaurant Bauer die Nachfolge von Christian Domschitz angetreten hatte, kochte zwei Jahre lang im Theatercafé eine überaus interessante Naschmarkt-Küche. Eine Vielzahl wunderbarer Klein-Gerichte und fantastischer Kombinationen, realisiert mit dem Besten, was Wiens bester Markt hergibt, frische Kräuter, interessante Marinaden, faszinierende Farben, spannend und köstlich. Mit September 2008 verließ Herbert Malek das Lokal im Theater an der Wien, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Welche das sind, war bei Redaktionsschluss noch nicht zu erfahren, da die Theatercafé-Küche aber sehr die Handschrift Maleks trug, setzen wir die Bewertung für dieses Jahr aus.

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Theatercafé Leo Doppler

Es hatte gute Zeiten, es hatte schlechte Zeiten. Im Theatercafé hatten sich bessere und schlechtere Küchenchefs die Klinke in die Hand gegeben, wir erinnern uns an denkwürdige Phasen von Alexander Mayer und eine erfrischende Linie von Herbert Malek. Irgendwann aber war die Luft draußen, und dann sperrte das Lokal in einer der vorteilhaftesten Lagen Wiens, gleich am Naschmarkt, überhaupt zu. Oktober 2010 übernahm es Leo Doppler, ließ renovieren und startete mit einer gewagten Linie, nämlich außer ein paar Quiches und überbackenen Schwarzbroten mit französischen Namen kaum weitere Gerichte anzubieten. Kostenrechnerisch schlau, erweckte das beim Publikum aber nur mäßige Begeisterung. Worauf nun doch ein bisschen mehr gekocht wird, und zwar eine österreichisch-mediterrane Mischung ähnlich wie im Hansen, ergänzt um ein Kern-Programm der ursprünglichen, französischen Phase. Die Quiches sind eher auf der kreativen Seite, mit Chilispeck und Lauch etwa eine nette Variation, das derzeit allgegenwärtige Beef Tatar wurde hier mit Chorizo-Scheiben und einer Koriander-Chili-Creme kombiniert, was zwar ein wenig zwanghaft kreativ wirkte, aber doch recht appetitlich geriet. Das Kaninchenragout mit Schnecken war erstklassig, wie die Ragouts hier generell gut zu gelingen scheinen. Erstklassiger Kaffee, preiswerter Champagner glasweise, Austern fast das ganze Jahr über.

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