Im erweiterten Wohnzimmer von Patron Peter Parzmair wird Familienidylle großgeschrieben. Perfekter Service und eine gute Auswahl an Weinen (immerhin ein Kellerwirt!) gehören einfach dazu. Zu unserem Leidwesen war die Küche am Tag unseres Besuchs wenig inspiriert. Lediglich das Roastbeef erfüllte unsere Erwartungen. Der Blunzengugelhupf mit Kren-Rahm-Kraut war geschmacksarm und von eigenartiger Konsistenz. Der gedämpfte Waller hatte sein angestammtes Reich auch schon lange verlassen, und das Perlhuhnbrüstchen war etwas bissfest. Auch die gute, hausgemachte Cremeschnitte konnte uns nicht mehr umstimmen.
Kellerwirt Peter Parzmair
Weinflaschen in allen Größen aus allen namhaften Weinbauregionen und unzählige Flaschenkorken sprechen eine eindeutige Sprache: Peter Parzmairs Leidenschaft gehört den exzellenten Weinen. Erfreulich ist, dass er diese Passion auch in die Kalkulation der Weinpreise einfließen lässt und so dem Gast ermöglicht, ohne schlechtes Gewissen eine gute Flasche zu genießen. Heuer zeigte sich auch die Küche von ihrer besten Seite. Das Sülzchen vom Tafelspitz war mutig und mit viel Essig mariniert, die Spargelschaumsuppe kräftig und geschmackvoll. Bei den Fleischgerichten setzte man noch auf die edelsten Stücke, sprich: die Filets. Das zarte Kalbsfilet mit Heurigen hätte man zwar durchaus mit mehr Aromen versehen können, das Gesamtergebnis überzeugte dennoch. Das Gleiche galt für das Filet vom Schwein, das als „G’spitztes Brat’l“ mit Speck umwickelt und auf warmem Kraut serviert wurde. Die flaumigen Topfenknödel mit in Amaretto marinierten Erdbeeren sowie das bekömmliche Mus vom Spargel waren zeitgemäße Desserts mit klassischen Ansätzen und schmeckten vorzüglich. Zuvorkommender und aufmerksamer Service.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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