Sommers (bei Schönwetter) übersiedelt das im noblen Botschafterviertel des 3. Bezirks gelegene Pan e Wien ins Freiluftlokal Pan e Giardin (Eingang Strohgasse). So angenehm es sich unter dem großen Schirm im ruhigen Garten sitzt, so ärgerlich fiel uns der unaufmerksam-unbedarfte Service auf (eigentlich kein Wunder bei einem Patron als Vorbild, der nur einige wenige ausgewählte Gäste begrüßt und sich ausschließlich diesen mit Hingabe widmet). Anhaltend erfreulich präsentierte sich glücklicherweise die Küche: Von den grundsätzlich klassisch-italienischen Gerichten, die sich nicht nur durch beste Produktqualität und sorgfältige Zubereitung, sondern auch so manch innovativen Touch auszeichnen, gefielen uns besonders das hauchdünne Oktopuscarpaccio, der Branzino (filetiert) mit Blattspinat und Rosmarinerdäpfeln sowie ein wunderbar zartes Rindsfilet mit Steinpilzen und Paccheri. Weinmäßig sollte man auch fündig werden (die Schwerpunkte liegen auf Italien und Österreich) und zum Abschluss stellte uns die – mit € 10,– allerdings überteuerte und eine Spur zu süße – Pinientarte mit Karamelleis ziemlich und ein flaumiges Himbeertiramisu sehr zufrieden.
Pan e Wien Thomas Edlinger
Das hübsche Lokal in der hübschen Salesianergasse mit dem etwas müden Wortwitz im Namen vermag Jahr für Jahr zu überraschen. Und das, obwohl die klassisch-italienische Küchenlinie, die sich bester Produktqualität bedient, über die letzten Jahre als quasi unverändert angesehen werden darf. Nein, es ist eher die immer wieder schwankende Form des gesamten Ensembles, die uns diese Saison erneut ein klein wenig in die Bredouille bringt. Diesmal allerdings im positiven Sinn. Denn sowohl die Küchen- als auch die Service-Performance bei unseren zwei Besuchen war von allererster Güte. Einzige Einschränkung: Man muss am Abend kommen, das Niveau des Mittagsmenüs kann hier überhaupt nicht mit. Die Gemüse-Antipasti fielen federleicht, erfreulich verspielt, aber grundharmonisch aus. Das Carpaccio vom Schwertfisch war von einer Frische, die man hierzulande leider nur allzu oft suchen muss. Bei Risotti und Pasta zeigen Thomas Edlinger und sein Team, was Handwerk aus scheinbar schlichten Gerichten machen kann – und das sagenhaft zarte Ossobuco vom Kalb machte alles richtig, so ein Gericht das überhaupt kann. Die wunderbar kalkulierte Weinkarte mit den Schwerpunkten Italien und Österreich überzeugt darüber hinaus in Breite und Tiefe. Dieses Lokal macht momentan großen Spaß.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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