Sagen wir: Die Leichtigkeit des Seins ist hier Programm. Stil und Ambiente des hellen, in Creme- und Brauntönen gehaltenen Restaurants unter der Leitung von Günter Faderl lassen das Stimmungsbarometer nach oben ausschlagen. Die Servicebrigade las uns jeden Wunsch von den Augen ab – dezent, kompetent, unaufdringlich. Und Küchenchef André Stahl verwöhnt auf eine Art, die dem feinsinnigen Genuss verschrieben ist und keine Reue kennt. Er kombinierte geflämmte Jakobsmuscheln mit Zitronenespuma und Thunfischtatar und setzte diesen furiosen Dreier auf gestampfte Erdäpfel. Er dämpfte die sanfte Bissigkeit eines geräucherten Rindsfilets mit Erdäpfel-Vanille-Espuma – eine hinreißende Paarung. Der Steinbutt in Pancetta-Mantel, leicht papriziert und zitronig, vollführte die schier unglaubliche Grätsche, gleichzeitig schlank und vollkommen rund zu schmecken. Elegant die Zitronensuppe. Selbst der schlicht angekündigte Sankt Petersfisch hatte Pfiff: Weißweinrisotto und Püree vom roten Paprika schmeichelten sich so richtig dazu. Exquisit und exakt temperiert war das Käseangebot. Die Weinkarte wiegt schwer – da wird man in allen Preiskategorien fündig.
Caramé Julischka Politzky, Günter Faderl
Das vom kongenialen Duo Politzky-Faderl mit angenehm ruhiger Eleganz geführte Restaurant beeindruckt uns immer wieder aufs Neue. Küchenchef André Stahl überzeugt mit Ehrlichkeit und weiß, mit neuen Kompositionen auf höchstem Niveau zu überraschen. Die Speisekarte wird hier übrigens in Form eines iPad gereicht, traditioneller dann das Hauptprogramm: Aus der Küche kam eine Mousse von der weißen Tomate, schmolz am Gaumen und hinterließ eine angenehm prickelnde Schärfe ebenso wie das Karotten-Ingwer-Süppchen. Das Tatar vom Rinderfilet mit Chili-Rührei, eine perfekte Kombination, rassig, einfach top. Von vollendeter Perfektion die gebratene Rotbarbe mit Thymian-Gnocchi und mediterranem Gemüse, Letzteres ein Mille-feuille von der Aubergine und knackige Brunoise. Einzig die gebratene Gänseleber war beim kritischen Hinsehen vielleicht etwas zu gar geraten. Als Abschluss servierte man uns Holunder und Himbeere, eine fulminante Trilogie aus Schaum, Mousse und Gelee, ein Hochgenuss.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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