Ruhig und beschaulich, wie Alkoven halt ist, geht es auch im Göttfried im Schrot zu. Wir wählten als Vorspeise Blunzen & Hummer, eine perfekte Geschmackskombination, die die rustikale Note mit der zarten Feinheit des Hummers zu einem lukullischen Ereignis fusionierte. Hier zeigt sich die wahre Kreativität eines Kochs, der eine Verbindung zweier scheinbar nicht zusammenpassender Zutaten auf geschmacklich solch hohem Niveau schafft. Das verdient Anerkennung. Die zweite Vorspeise war ein cremiges Champagnerrisotto, das dem Gaumen einfach und unwiderstehlich Freude bereitete. Auch die Fische, Wolfsbarsch und Goldbrasse, waren knusprig gebraten und innen sehr schön glasig getroffen. Das abschließende Soufflé aus Valrhona-Schokolade mit weichem Kern war – wenngleich nicht gerade besonders rar – eine Sünde wert.
Göttfried im Schrot Christian und Simone Göttfried
Die gemütliche Gaststube im Umfeld von Linz ist beliebter Treffpunkt für Freunde von Christian Göttfrieds Kochkunst. Diese zeichnet sich einerseits durch die Liebe zu traditionellen Gerichten, andererseits durch harmonische Kombinationen von anscheinend widersprüchlichen Zutaten aus. Die gebratenen Jakobsmuscheln mit Spargel-Erdbeer-Salat und das Spargelrisotto mit Ziegenkäse im Filoteig sind Beispiele dafür, wie es gelingen kann. Der zarte Seesaibling indes kämpfte mit der Sesamkruste und den Treviso-Pappardelle um das geschmackliche Überleben. Das Stück vom Iberico-Schwein war würzig, von der Konsistenz her aber leider doch etwas zu fest. Und das dazu gereichte Morchelrisotto hätte – ebenso wie das Spargelrisotto – etwas cremiger ausfallen können. Ohne das feine Sauerrahm-Eis wäre die Rhabarbertarte geschmacklich durchgefallen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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