Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Nicht wenige erfahrene Feinesser zählen dieses nur ein halbes Dutzend Tische umfassende Lokal zu ihren Lieblingen. Können wir irgendwie nachempfinden. Eine kleine, handgeschriebene Karte weist auf die Angebote des Tages hin. Darunter zum Beispiel ein Degenfisch (kommt übrigens aus 700 Meter Tiefe und stirbt bereits beim Auftauchen, weil er den Luftdruck nicht verträgt, der Arme) mit Blätterteig, Morcheln und Flusskrebsen. Das Fleisch zart und leicht süßlich. Zu den Standards zählen die niemals langweiligen Vorspeisen, wovon man die gebackenen Stockfischbällchen ebenso wenig auslassen darf wie die köstlichen Schinken in Rosa und Schwarz (forget Jabugo!), Artischocken mit einer gut abgeschmeckten Vinaigrette oder die berührend guten Brote mit Sardine. Klar, dass dem Stockfisch, dem Bacalhau, eine entsprechend große Bühne geboten wird. Es gibt ihn in allen möglichen Rezepten, gegrillt, gekocht, zum Beispiel in einem duftenden Gemüsesud mit Garnelen und Erdäpfeln oder in einer mit Kreuzkümmel abgerundeten Sauce mit kleinen Shrimps, Gemüse und ebenfalls Erdäpfeln. Davon lässt man dann erst einen Bissen zurückgehen, wenn das Fassungsvermögen des Magens an seine Grenzen gestoßen ist – so gut schmeckt das nämlich. Vinho Verde ist dazu ein Thema, wobei auch die portugiesischen Biere Beachtung verdienen, und zum Käse gibt es eine Auswahl von fast einem Dutzend offen angebotenen Portweinen in allen Farbschattierungen. Freundliche Bedienung, angenehme Atmosphäre und zum Abschied köstliches Schoko-Konfekt. Wir kommen wieder.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Portugiesische Küche ist hierzulande schwierig zu bekommen, allerdings kann man sich mit einem Besuch im A Barraca behelfen. Diese randmediterrane Küche ist geprägt von einfachen Speisen, die kostengünstig und landestypisch auf den Tisch gebracht werden mussten und immer noch werden. So entschieden wir uns für eine Vorspeisenvariation, die uns ein erstes Highlight bescherte: verschiedene kleine Gerichte, nicht zu vergessen Stockfischbällchen, alles von sehr ordentlicher Qualität, nur der Schinken vom schwarzen Schwein war etwas versalzen. Danach ging es deftig, aber geschmackvoll weiter: Dicke Oktopus-Arme eiferten mit den aromatischen Süßkartoffeln um die Wette, auch ein Thunfisch, scharf und kurz gebraten, konnte mithalten – ebenso wie der hierzulande nicht so verbreitete Degenfisch. Beilagen sind nicht der wesentliche Punkt hier, auch die Saucen beschränkten sich hauptsächlich auf Olivenöl und einfache Begleiter. Jedoch war das Dessert, eine Schokoladenvariation, ein Gedicht. Guter portugiesischer Espresso.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Solche Neighbourhood-Restaurants weiß man gerne in seiner Nachbarschaft: Winziges Lokal, leger und unkompliziert möbliert, in der Mitte eine Schiefertafel mit den Angeboten des Tages. Die Besitzerin importiert nicht nur Küchen-Know-how, sondern auch Produkte aus dem leider viel zu fernen Portugal. Barraca-Novizen sind gut beraten, zum Einstieg das Potpourri aus Vorspeisen zu wählen. Sie werden ihre Freude haben an der marinierten Forelle, den Stockfisch-Bällchen, dem Tintenfisch oder würzigem Schinken. Stockfisch in mehreren Varianten steht - man ist seinem Ruf als portugiesisches Restaurant ja was schuldig - immer auf der Karte. Wir aber fanden diesmal den Hahn mit Eierschwammerl in einem rustikal erfrischenden Gemüsesud und den perfekt gebratenen Thunfisch in Essig-Weißwein-Zwiebelsud aber interessanter und hatten dem Küchenchef schon das Häubchen aufgesetzt, bevor wir noch die würzigen Käse aus Portugal und die köstlichen Desserts probiert hatten. Dazu Vinho Verde. Was sonst?

zurück

A Barraca Lucinda Vinho Tavares

Rein zufällig kommt hier kaum jemand vorbei. Doch das winzige Lokal in einer ehemaligen Fleischhauerei hat sich seinen Ruf als bester Portugiese der Stadt über Jahre erarbeitet. Charmante Kleinrestaurants dieses Zuschnitts – er in der Küche, sie im Service – kennt man aus dem Süden Europas. Standardgerichte ersieht man aus der Karte, Tagesspezialitäten stehen auf einer knallroten Tafel. Allgegenwärtig ist Stockfisch alias Bacalhau, in fünferlei Art als Hauptgang oder für Skeptiker in „Testgröße" als Tiborras com bacalhau – mariniert auf köstlichen ofenknusprigen Brötchen mit Olivenöl. Ungewohnt und spannend ist das Geschmacksbild der leicht gebundenen Koriandersuppe mit pochiertem Ei. Schwarzer Degenfisch – ein festfleischiger Tiefseebewohner – wird punktgenau gegart mit Morcheln und Garnelen im Blätterteig aufgetragen. Für Ziegenconnaisseure ist hier Mekka, diesmal gab es butterzarte Jungziege in Rotweinsauce mit Steinpilzerdäpfeln. Der Dessertklassiker Portugals sind Pastel de natas, kleine Vanillecremetörtchen mit Butter-Blätterteig, die hier erst nach Bestellung frisch gefertigt werden. Ein Ort zum Wohlfühlen und Zeitvergessen.

Kommentare

Kommentare werden geladen...



Newsletter abonnieren

Zur Anmeldung