Hoch über Bozen im Stadtteil Haslach thront die Haselburg, deren Ursprung bis ins 12. Jh. zurückreicht. Mit viel Liebe zum Detail wurde das alte Gemäuer vor einigen Jahren restauriert und mit einem Restaurant und Konferenzräumen ausgestattet. Wir genossen den wunderbaren Ausblick und begannen mit einem Spargelcremesüppchen mit Räucherlachsstreifen und Schüttelbrotbandnudeln mit Rehragout und Preiselbeer-Espuma. Als Hauptspeise wählten wir Spargel mit Hausschinken, Salzerdäpfeln und Bozner Sauce und das rosa gebratene Lammnüsschen mit Püree von Pustertaler Rüben und gegrillten Knödeln. Die Kombinationen gelingen gut, hier werden traditionelle Gerichte mit einer modernen Note versehen.
Haselburg Gerhard Stecher
Die Haselburg ist ein Paradebeispiel mustergültiger Restaurierung. An der emblematischen Burg oberhalb von Bozen hatte der Zahn der Zeit schon arg genagt, glücklicherweise wurde die mittelalterliche Feste aber von Grund auf erneuert und 2002 wieder für die Öffentlichkeit frei gegeben. Moderne architektonische Elemente wurden gekonnt in die jahrhundertealte Struktur eingebunden, und auch die hiesige Küche zeigt sich durchaus zeitgeistig. Die Terrine von Frischkäse mit Basilikum und Paprika im Zucchinimantel hätte zwar etwas würziger und weniger oberslastig auf den Tisch kommen sollen, doch die Essenz passte. Sehr gut gebraten erwies sich die Tagliata vom Rind (aufgeschnittenes, gebratenes Rindfleisch, in der Regel Entrecôte) mit den Beilagen dieses italienischen Klassikers in Form von Parmesanhobeln und Rucola. Das Bemühen von Küche und Servicecrew ist redlich, und die Kreativität der Speisekarte (z.B. Rehkeule in einer Cassis-Sauce, Hühnchentempura mit Ananasdressing, Carpaccio vom Thunfisch mit Korianderdressing etc.) verheißt eine interessante Zukunft. In der Ausführung braucht es noch ein wenig mehr Konstanz. Schöne, wohl überlegte Weinkarte.
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