Zuerst die schlechte Nachricht: Dessert-Krise im wohl schönstgelegenen Gasthaus unterm Grimming. Das Minzparfait schmeckte wie mehrmals angetaut, die Vanillesauce zum hausgemachten Topfenstrudel total fad. Schade, denn alles davor war toll gelungen: fruchtig marinierter Topinambursalat mit Radieschen und gebratenen Brotwürfeln, zarter Kalbsrücken mit köstlicher Räucherfischcreme, gebratene Saiblingsfilets im Safran-Fenchel-Bett. Liebhabern intensiven Selchgeschmacks sei die rustikale Speckfaferlsuppe empfohlen, Fleischtigern das Beiried vom Ennstaler Rind mit Spinatrisotto und reichlich Parmesan. Platzempfehlung: im Salettl oder sommers unter der Hauskastanie. Atmosphärisch unschlagbar!
Krenn
Der gesamte Ort Pürgg und das seit über 600 Jahren als Taverne existierende Gasthaus Krenn wirken wie einem Freilichtmuseum zum Thema steirische Salzkammergut-Architektur entsprungen (am romantischsten ist übrigens die Anreise per Bahn und die zehn Gehminuten von der nur zu Fuß erreichbaren Haltestelle). Die kulinarisch gute Nachricht: Nicht nur die vorjährige Dessert-Krise ist beendet (frisches Minzparfait bester Konsistenz mit feinem Erdbeer-Spargel-Salat, wohlgelungene Vanillesauce zu flaumigem Topfen-Erdbeer-Knödel), vielmehr is(s)t man derzeit allgemein in Topform. Selbst der geschmacklich etwas eigenwillig-strenge Steirerkäse wird hier als Mousse subtil gebändigt, Ausseer Saibling und Schulterscherzl waren ja immer schon hervorragend. Freundlicher Service, beste Weine (etliches auch glasweise) und – last, but not least – die stimmige Atmosphäre im Verandazimmer runden das positive Bild ab.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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