Paukenschlag in Österreichs Gourmet-Szene“, verkündete atemlos eine Presseaussendung Anfang Juli, „Christian Voithofer holt sich Drei-Hauben-Koch Didi Dorner in sein Iuno!“ Bei unserem Besuch ein paar Wochen später ist von der großen Pauke nichts mehr zu hören, das Gastspiel von Herrn Dorner sei bereits beendet, erfahren wir auf Nachfrage vom freundlichen Service. Dafür gibt es ein Zehn-Gang-Menü, das dann zwar nur aus acht Gängen besteht, um € 33,– allerdings trotzdem ein guter Deal ist. Es begann mit Rindscarpaccio, Rucola und Pinienkernen – klassisch und gut, ebenso wie das darauf folgende Lachstatar-Nockerl mit Trüffelricotta und die Eierschwammerl-Cremesuppe. Dann folgte ein mehr als bissfestes Tris di Pasta aus eher uninspirierten Teigwaren, gefolgt von einem Saibling auf deutlich besseren Currytagliolini. Hauptgericht war schließlich ein zartes, aber langweiliges Spanferkelfilet mit geschmacksneutralen Erdäpfelgnocchi. Ein winziges Käsefondue vom steirischen Weinbergkäse schmeckte dafür wieder intensiv, während die abschließenden Powidldalken die Konsistenz eines trockenen Kekses hatten. Leider nicht die einzige Enttäuschung an diesem Abend.
Iuno Christian Voithofer
Iuno, die Königinnen-Göttin – weiterhin die beste kulinarische Adresse in Münchendorf. Nicht alles ist wirklich stimmig, doch allein das Sieben-Gang-Mittwoch-Menü zum Kampfpreis von € 33,–, für den man in einem vergleichbaren Wiener Innenstadtrestaurant gerade einmal ein Hauptgericht erhält, macht die Sache doch interessant. Die besonders freundliche Bedienung, der allerdings eine personelle Verstärkung gut anstünde, brachte gleich knuspriges Brot mit Trüffelbutter, Aufstrich, Olivenöl und Gewürzen sowie Couscous mit Entenbrust als ersten Küchengruß. Spitzmorchel mit Gänseleber klang interessant, war aber aus, sodass es zum Einstieg eine Eierschwammerl-Cremesuppe und Trüffel-Tortelloni wurden. Das nachfolgende Reh, serviert in zwei Gängen, hatte noch Steigerungspotenzial: geschmorte Nüsschen nicht flachsenfrei, der Rücken zu trocken. Das erwähnte Menü bestand aus solide zubereiteten Speisen ohne wirkliche Höhepunkte: Seesaibling auf Apfel und Radieschen, getrüffelte Kohlrabischaumsuppe, Spaghettini mit Eierschwammerln. Vor dem Kalbsbutterschnitzel mit feinem Erdäpfelschaum gab es ein angenehm-herbes Himbeersorbet. Warum der Käse – zwei winzige Stückchen in zugegeben sehr gutem Reifezustand – erst nach dem Dessert serviert wurde, erschien so unverständlich wie das glasweise Weinangebot bekannter und weniger bekannter Winzer erfreulich.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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