Detailansicht 2012

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Paukenschlag in Österreichs Gourmet-Szene“, verkündete atemlos eine Presseaussendung Anfang Juli, „Christian Voithofer holt sich Drei-Hauben-Koch Didi Dorner in sein Iuno!“ Bei unserem Besuch ein paar Wochen später ist von der großen Pauke nichts mehr zu hören, das Gastspiel von Herrn Dorner sei bereits beendet, erfahren wir auf Nachfrage vom freundlichen Service. Dafür gibt es ein Zehn-Gang-Menü, das dann zwar nur aus acht Gängen besteht, um € 33,– allerdings trotzdem ein guter Deal ist. Es begann mit Rindscarpaccio, Rucola und Pinienkernen – klassisch und gut, ebenso wie das darauf folgende Lachstatar-Nockerl mit Trüffelricotta und die Eierschwammerl-Cremesuppe. Dann folgte ein mehr als bissfestes Tris di Pasta aus eher uninspirierten Teigwaren, gefolgt von einem Saibling auf deutlich besseren Currytagliolini. Hauptgericht war schließlich ein zartes, aber langweiliges Spanferkelfilet mit geschmacksneutralen Erdäpfelgnocchi. Ein winziges Käsefondue vom steirischen Weinbergkäse schmeckte dafür wieder intensiv, während die abschließenden Powidldalken die Konsistenz eines trockenen Kekses hatten. Leider nicht die einzige Enttäuschung an diesem Abend.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Sind kleine Gemeinden wie Münchendorf überhaupt einen Stopp wert, geschweige denn einen Umweg? Ja, wenn sie ein Restaurant wie das Iuno beherbergen. Denn Lokale, die ein derartig erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, sind leider eine aussterbende Spezies. Zunächst entführte uns die Küche mit gebratenen Jakobsmuscheln mit Chilisauce sowie mit einem Garnelen-Wantan in das ferne Asien. Dann reisten wir mit einem erfrischenden Gazpacho auf die Iberische Halbinsel, bis wir beim Pastagang mit Rote-Rüben-Ravioli schließlich am Stiefel Europas landeten. Das rosa gebratene und zarte Filet vom Jungschwein servierte man uns mit einer cremigen Eierschwammerlsauce. Exzellent. Warum uns der Brie erst nach der eher durchschnittlichen Dessertvariation – gebackene Feige, Chili-Schokomousse und Mangoespuma – serviert wurde, können wir uns eigentlich nicht erklären. Hier verwechselte man wohl bei der Planung unwahre Legenden mit einer korrekten Speisenfolge.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Das Restaurant in einem eher schmucklosen Straßendorf beeindruckt durch sein Innenleben. Hier kocht Christian Voithofer in einem Ambiente, wie es auch im Friaul oder im istrischen Hinterland stehen könnte: viel helle Farben, ziegelrot, Holz - fehlte eigentlich nur noch der Fogolar in der Mitte des Raumes. Apropos: gegrillt wird im Sommer recht viel, auch sonst passt sich das Angebot der Küche an die Jahreszeit und den Gaumen der Gäste an. Was ja nie schlecht ist. Sommers lag also ein deutlicher Schwerpunkt auf der Küche des Südens, wobei wir uns von einem Kaliber wie Voithofer dann halt schon mehr erwartet hätten, als das übliche Carpaccio und Büffelmozzarella-Getue. Dafür gab es hausgemachte Paste - sehr gut, wenn auch die Saucen etwas üppig gerieten: Schlagobers wird in der Küche nicht zu knapp verwendet. Danach war noch Platz für Scampi mit Tomaten und Oliven, Saibling mit Risotto sowie Perlhuhn, tadellos. Schöne Weinkarte, ambitionierter Service.

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Iuno Christian Voithofer

Iuno, die Königinnen-Göttin – weiterhin die beste kulinarische Adresse in Münchendorf. Nicht alles ist wirklich stimmig, doch allein das Sieben-Gang-Mittwoch-Menü zum Kampfpreis von € 33,–, für den man in einem vergleichbaren Wiener Innenstadtrestaurant gerade einmal ein Hauptgericht erhält, macht die Sache doch interessant. Die besonders freundliche Bedienung, der allerdings eine personelle Verstärkung gut anstünde, brachte gleich knuspriges Brot mit Trüffelbutter, Aufstrich, Olivenöl und Gewürzen sowie Couscous mit Entenbrust als ersten Küchengruß. Spitzmorchel mit Gänseleber klang interessant, war aber aus, sodass es zum Einstieg eine Eierschwammerl-Cremesuppe und Trüffel-Tortelloni wurden. Das nachfolgende Reh, serviert in zwei Gängen, hatte noch Steigerungspotenzial: geschmorte Nüsschen nicht flachsenfrei, der Rücken zu trocken. Das erwähnte Menü bestand aus solide zubereiteten Speisen ohne wirkliche Höhepunkte: Seesaibling auf Apfel und Radieschen, getrüffelte Kohlrabischaumsuppe, Spaghettini mit Eierschwammerln. Vor dem Kalbsbutterschnitzel mit feinem Erdäpfelschaum gab es ein angenehm-herbes Himbeersorbet. Warum der Käse – zwei winzige Stückchen in zugegeben sehr gutem Reifezustand – erst nach dem Dessert serviert wurde, erschien so unverständlich wie das glasweise Weinangebot bekannter und weniger bekannter Winzer erfreulich.

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