Das Restaurant Hill in der Sieveringer Straße gibt es schon länger, doch erst seit der Übernahme durch Andreas Sael und Küchenchef Aurelio Nitsche ist es auch kulinarisch eine bemerkenswerte Adresse geworden. Zwar gibt es nach wie vor die Möglichkeit, nur auf ein paar Gläser Wein und einen kleinen Happen vorbeizuschauen, aber auch als vollwertiges Restaurant weiß das Hill seit knapp zwei Jahren zu überzeugen. Neben einigen Klassikern (Beef Tatar, Butterschnitzel, orientalisches Kalbsgulasch, Schulterscherzl und Tafelspitz), die es immer gibt, ist die Karte durchaus abwechslungsreich gestaltet und bietet saisonale Spezialitäten. Wir starteten mit einem köstlichen, wachsweichen Ei mit getrüffeltem Brokkoli und warmer Blutwurst-Terrine sowie einer frühlingshaft-leichten Burrata mit Spargelsalat – und waren glücklich. Etwas überkreativ interpretiert dann der Wolfsbarsch mit Apfel-Wasabi-Mangold-Roter-Rüben-Sauce und Topfengnocchi, der jedoch von bester Qualität und perfekt auf den Punkt gegart war. Wirklich interessant – im positiven Sinn – das orientalische Kalbsgulasch mit leider etwas faden Spätzle. Restlos überzeugend wieder die fruchtige Mango-Tarte zum Dessert. Sehr aufmerksam der lockere und sympathische Service, tolle Weinkarte. In der jetzt gefundenen Form ist das Hill eine absolute Bereicherung für den 19. Bezirk und weit darüber hinaus.
Hill Aurelio Nitsche, Matthias Eichblatt
In Zeiten, in denen Gourmet-Führer Kompetenz-Schwäche durch Abschreiben der Bewertungen ihrer Konkurrenzprodukte zu kompensieren versuchen, ist es für den Gast nicht leicht, im Restaurant unter all den in Nähe der Tür platzierten Urkunden, Plaketten und Aufklebern jene zu entdecken, die tatsächlich eine qualitativ relevante Auszeichnung darstellen. Eine solche stellt zum Beispiel das Schild der „Jeunes Restaurateurs“ dar, das seit einiger Zeit auch das Hill in Grinzing schmückt, und die Leistung von Küchenchef Aurelio Nitsche beweist, dass er die Aufnahme in diesen Kreis junger europäischer Spitzenköche verdient hat. Zwei große Menüs stehen zur Wahl, die durchgehend erfreuliche Qualität mit unangestrengter Kreativität verknüpfen. Die „Frühlingstarte“ mit Zwiebelconfit und Löwenzahn ist ebenso geschmacksintensiv, ohne überladen zu wirken, wie die Kürbisgnocchi auf Salatcreme oder die Kalbshaxenravioli mit Gänseleber. Bei den Hauptspeisen überzeugen Kalbsrücken mit Brioche-Maroni-Haube und die klassisch perfekte Dry-aged-Hochrippe mit Shiitake-Gratin noch mehr als die „Liaison“ genannte Kombination von Wachtel und Perlhuhn im Hummerfond, die ob ihrer Wildheit eher „Gruppensex“ heißen müsste. Bei den Desserts ist noch Luft nach oben, die zweite Haube hängt in Griffweite.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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