Den Anspruch des Restaurants merkt man sofort – der Pavillon will hoch hinaus: Ein durchgestyltes Lokal, freundliches und aufmerksames Personal, als die erste Flasche Wein korkte, wurde sie ohne Diskussion sofort ausgetauscht, zwei Grüße aus der Küche, das Besteck wird mit weißen Handschuhen neu eingedeckt, das Mineralwasser in eleganten Glaskaraffen serviert. Die Damen bekommen unaufgefordert eine „Damenkarte" (ohne Preise), und auch die Weinkarte und das glasweise Angebot passen zum Anspruch. Der Abend begann mit einer geschmackvollen Rindsconsommé mit Perlhuhnröllchen. Der zweite Gruß war ein gebackener (gewöhnungsbedürftig) und etwas trockener Rochenflügel mit Hummerschaum und süßer „Ur-Rübe“ (eine Karotte). Dafür war der Salat vom Stubenküken, bretonischer Jakobsmuschel und Pilz-Bohnen-Panache überaus elegant – das Huhn innen perfekt saftig, die Jakobsmuschel zart rosa, eine interessante Kombination. Die Spargelchartreuse mit Flusskrebsschwanz und Osietra-Stör-Mousse eher durchwachsen: der Spargel zu kühl (frisch aus dem Kühlschrank), die Krebse würzig mariniert, aber leider zäh, die Störmousse hingegen fein. Das Bärlauchrisotto mit Parmesanschaum und Frühlingsgemüse war sogar ein Gedicht, leicht und luftig, das Gemüse bissfest und mit viel Eigengeschmack, sehr gut gelungen. Der gebratene Seeteufel im Bouillabaissesud mit geschmortem Gemüse und Melanzani-Ricotta-Agnolotti gefiel uns ebenfalls sehr gut. Die Bemühungen des Restaurants hätten sich an diesem Abend jedenfalls mehr als nur drei besetzte Tische verdient. Um dem eigenen, hohen Anspruch gerecht zu werden, muss das Team um den neuen Küchenchef Mathias Gauss sowohl im Service als auch in der Küche vielleicht noch ein bisschen zulegen. Aber die Richtung stimmt.
Pavillon Hannes Schlögl
Ein Glas Champagner, verschiedene Buttersorten, mit Vanille versetztes Salz und ein aufmerksamer Service sorgten bei uns zunächst für zufriedene Gesichter. Das Dreierlei vom Thunfisch und das gebratene Filet von der Rotbarbe waren zwar nicht außergewöhnlich, ließen uns aber noch darauf hoffen, dass wir auch heuer den „Pavillon“ wieder glücklich verlassen würden. Doch die folgenden Leistungen ließen einfach kein Glücksgefühl aufkommen. Der gebratene Rochenflügel schmeckte derart intensiv nach Ammoniak, dass wir uns zunächst nicht sicher waren, ob in der Küche nicht unabsichtlich ein Putzmittel an den Fisch gekommen war. Wir kosteten nur einen Bissen. Abgerundet wurde dieses Erlebnis noch von einer kalt servierten Ente, die wir auch nur wegen unseres großen Hungers zur Hälfte verspeisten. Die abschließende Schokolademousse neutralisierte zwar unseren Gaumen, konnte aber den kostspieligen Abend nicht mehr retten.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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