Zuerst hat Simon Xie Hong in Wenzhou traditionelle chinesische Medizin studiert, dann hat es ihn in die traditionelle chinesische Küche verschlagen. Was für ein Glück! Abseits des gängigen Schlabbersaucen-Trotts kocht man im On mit Verstand und einer Modernität, die sich ebenfalls in der Optik des Lokals widerspiegelt. Kein Chinakitsch, es dominieren klare, einfache Formen. Der eingeweihte Gast kennt die speziellen Innereienköstlichkeiten, die hier gekonnt aufgetischt werden. Es zahlt sich aus zu fragen, denn manches, was es so gibt, steht nicht auf der Karte. Die Hühnerleber mit Jungzwiebeln und Chilischoten ist ein Traum und erfreulicherweise Standard, die scharfen Rindsbackerln besonders zart und der Tofu mit Ingwer und Sesam sensationell. An herrlichen Vorspeisen mangelt es hier absolut nicht. Gleichfalls exzellent die saftige, gebratene Ente mit frischer Mango und auch die japanischen Sobanudeln mit allerlei Meereslebewesen. Unvergleichlich und ans Herz gelegt sei das Rindfleisch Gan Bian. Definitiv eine der Top-Adressen für moderne asiatische Küche. Feinsinnige Auswahl an Spitzenweinen.
ON Simon Xie Hong
Das Lokal im Abseits des fünften Wiener Hiebs ist gewiss kein Schmuckstück. Schlecht gelüftete Räume und ein selbst im Hochsommer feuchter Innenhof wecken zunächst Assoziationen an die Schattenseiten der asiatischen Küche. Der Eindruck ändert sich schnell, wenn Meister Simon Xie Hong seine Küchenkunst entfaltet. Den Umgang mit Fisch, Gemüse und Gewürzen hat der studierte Mediziner angeblich im südchinesischen Wenzhou erlernt. Sein Stil ist keineswegs klassisch, allerdings auch weit entfernt von der panasiatischen Beliebigkeit. Schon einfache Gerichte wie „Zweierlei Süßwasserfisch mit Wok-Gemüse in Bohnen-Chili-Sauce“ heben sich durch frische, knackige Gemüse und die feine Schärfe der Saucen von anderen Hervorbringungen dieser Art ab. Wirklich interessant wird es, wenn Xie Hong Thunfischtatar mit Kürbiskernöl und Chili mischt oder Branzino im Ganzen in Sauerkraut dämpft. Für seine Innereiengerichte ist das ON inzwischen zu Recht berühmt – uns überzeugte der zart-säuerliche Kalbskuttel-Salat mit Sternanis ebenso wie die scharf gewürzte Hühnerleber mit Chili und Jungzwiebeln.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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