Detailansicht 2012

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Zuerst hat Simon Xie Hong in Wenzhou traditionelle chinesische Medizin studiert, dann hat es ihn in die traditionelle chinesische Küche verschlagen. Was für ein Glück! Abseits des gängigen Schlabbersaucen-Trotts kocht man im On mit Verstand und einer Modernität, die sich ebenfalls in der Optik des Lokals widerspiegelt. Kein Chinakitsch, es dominieren klare, einfache Formen. Der eingeweihte Gast kennt die speziellen Innereienköstlichkeiten, die hier gekonnt aufgetischt werden. Es zahlt sich aus zu fragen, denn manches, was es so gibt, steht nicht auf der Karte. Die Hühnerleber mit Jungzwiebeln und Chilischoten ist ein Traum und erfreulicherweise Standard, die scharfen Rindsbackerln besonders zart und der Tofu mit Ingwer und Sesam sensationell. An herrlichen Vorspeisen mangelt es hier absolut nicht. Gleichfalls exzellent die saftige, gebratene Ente mit frischer Mango und auch die japanischen Sobanudeln mit allerlei Meereslebewesen. Unvergleichlich und ans Herz gelegt sei das Rindfleisch Gan Bian. Definitiv eine der Top-Adressen für moderne asiatische Küche. Feinsinnige Auswahl an Spitzenweinen.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Ganz ohne Tamtam, aber mit Qualität, inspirierter Küchenleistung und angenehmem Service hat Simon Hong Xie sich an die Spitze der Wiener Asia-Restaurants gekocht. Sein „ON“ ist längst die beste Adresse, um authentische chinesische Küche mit kreativem Kick in angenehmer Atmosphäre zu genießen. Wie immer bei asiatischen Restaurants lohnt es sich, in größerer Runde zu kommen, um eine möglichst breite Auswahl der Köstlichkeiten zu bestellen und zu kosten. So erfreuten wir uns diesmal an den kleinen Innereien-Gerichten: Wer Kalbsbeuschel einmal wirklich anders (und zumindest ebenso köstlich) als in der Wiener Küchentradition probieren möchte, wird um Simons Variante mit kurzgebratenen Pfefferoni kaum herumkommen. Auch die Kalbskutteln, die unglaublich zarte und wohlschmeckende Hühnerleber aus dem Wok, selbst der gefährlich klingende Schweinsohrensalat werden unter den kundigen Händen der Küchenmannschaft zu kleinen Preziosen, an denen sich auch zaghafte Gemüter erfreuen dürfen. Nur scharf ist es halt, aber so gehört es sich in der Küchentradition der für ihr Essen berühmten Stadt Wenzhou. Ganz wunderbar auch die im Ganzen gedämpfte Goldbrasse, die mit kurz gebratenen Jungzwiebeln, Zitronenblättern, Ingwer und Kernöl (!) bedeckt zu Tisch kommt, sich einfach mit den Stäbchen von der Gräte löst und dem wohl bekannten Fisch ganz neue und köstliche Nuancen abringt.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Asien zu Gast in Wien. So könnte man die erfreuliche Küchenleistung des Restaurant ON beschreiben, die wir auch dieses Jahr erleben durften. Nach einem frisch gemixten exotischen Cocktail ließen wir uns zunächst den leicht scharfen Baby-Oktopus-Selleriesalat schmecken, danach folgte eine wesentlich mildere, aber herrlich nach Safran schmeckende Miesmuschelsuppe. Bei den folgenden Gerichten war der Hinweis "Scharf" nicht angebracht, denn weder die ausgezeichneten Black Pepper Prawns mit Paprika oder das Welsfilet in Scheibe mit Wok-Gemüse waren wirklich scharf, sondern höchstens gut gewürzt. Dazu schmeckte der fruchtbetonte Muskatellersekt aus dem Hause Steininger besonders gut, den wir wegen dessen günstiger Kalkulation gleich doppelt genossen. Finalisiert wurde unser Besuch noch durch Reisbällchen mit süßer Sesamfülle, die wir als Reminiszenz an das Reich der Mitte aus der ergänzungsbedürftigen Dessertauswahl bestellten.

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ON Simon Xie Hong

Das Lokal im Abseits des fünften Wiener Hiebs ist gewiss kein Schmuckstück. Schlecht gelüftete Räume und ein selbst im Hochsommer feuchter Innenhof wecken zunächst Assoziationen an die Schattenseiten der asiatischen Küche. Der Eindruck ändert sich schnell, wenn Meister Simon Xie Hong seine Küchenkunst entfaltet. Den Umgang mit Fisch, Gemüse und Gewürzen hat der studierte Mediziner angeblich im südchinesischen Wenzhou erlernt. Sein Stil ist keineswegs klassisch, allerdings auch weit entfernt von der panasiatischen Beliebigkeit. Schon einfache Gerichte wie „Zweierlei Süßwasserfisch mit Wok-Gemüse in Bohnen-Chili-Sauce“ heben sich durch frische, knackige Gemüse und die feine Schärfe der Saucen von anderen Hervorbringungen dieser Art ab. Wirklich interessant wird es, wenn Xie Hong Thunfischtatar mit Kürbiskernöl und Chili mischt oder Branzino im Ganzen in Sauerkraut dämpft. Für seine Innereiengerichte ist das ON inzwischen zu Recht berühmt – uns überzeugte der zart-säuerliche Kalbskuttel-Salat mit Sternanis ebenso wie die scharf gewürzte Hühnerleber mit Chili und Jungzwiebeln.

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