Detailansicht 2013

2012
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Reiners Wirtshaus befindet sich wohl in einer der unattraktivsten Gegenden von St. Johann. Nahe einer stark befahrenen Durchzugsstraße, inmitten eines Industriegebietes gibt es eigentlich wenig Anreiz, hier Station zu machen. Wäre da nicht der schmucklose Zweckbau, in dem sich eine engagierte Küchen- und Servicemannschaft um das Wohl der Gäste kümmert. Unseren ersten Durst löschte ein Uhudler-Sekt, und die al dente gekochten Ravioli mit einer Ochsenschleppfülle bekämpften vorerst unser Hungergefühl. Die folgende klare Safran-Fisch-Suppe mit Krebsnudeln begeisterte ebenso wie die Seezungenfilets, die im Bambuskörbchen gegart und mit einer Auswahl an Sprossen serviert wurden. Leichte Abstriche mussten wir beim Saltimbocca von der Forelle machen: Der Fisch war an sich tadellos, nur hatte man die dazu servierten Erdäpfel zu kurz gekocht. Bevor uns die sehr bemühte Kellnerin als Abschiedsgruß ein erfrischendes Zitronen-Sorbet servierte, ließen wir uns noch die Variation von der Himbeere – Eis, Topfen und Röster – schmecken. Endgültig beendeten wir unser Essen mit einer hervorragenden und fair kalkulierten gebrannten Quitte aus der Steiermark.

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Im direkt an der Salzach liegenden Landgasthof lädt Familie Felleis in die unterschiedlich eingerichteten Stuben (rustikal und elegant stilvoll) ein. Wir genossen diesmal auf der Terrasse, wie die zahlreichen anderen Gäste auch, die verfeinerte österreichische Küche. Als Vorspeise wählten wir ein cremiges Risotto mit Brunnenkresse, Spargel und Taleggio, danach ein prototypisches, ausgelöstes Backhendl mit feinem und gut mariniertem Erdäpfel-Vogerl-Salat. Eine köstliche Erdbeermousse im Milchschokoladespitz mit warmem Schokoladeauflauf und Rhabarberragout erfreute uns zu Ende unseres Mahls. Der Service ist freundlich und flink, in der Vinothek können Weine aus der umfangreichen Auswahl verkostet und auch mitgenommen werden. Übernachtungsmöglichkeit im Haus.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Als bodenständiges Wirtshaus präsentiert es sich nach außen – und bietet in den vorderen Stuben auch ein angemessenes Angebot. Doch mit dem jungen Küchenchef Alexander Forbes hat im Restaurantbereich ein neuer Anspruch Einzug gehalten. Entsprechend den Jahreszeiten bietet man den Gästen bunte kulinarische Ideen, von „Spargel und Jungvieh bis hin zu „Wine & Dine”. Köstlicher Beginn war der Gruß aus der Küche, eine Beiriedschnitte in Top-Qualität, fein mariniert mit Rucola und Parmesan. Aus zwei umfangreichen Menüs wählten wir zum Start eine köstlich intensive Muskatkürbissuppe sowie einen Garnelenspieß mit Limettenschaum, dazu Gnocchi, gut gewürzt mit getrockneten Tomaten und Oliven. Ausgezeichnete Fleischqualität begegnete uns wieder beim Rinderfilet in Cognac-Pfeffer-Sauce, das bunte Marktgemüse dazu erfreute mit Frische und Biss. Gerne hätten wir noch dem Pinzgauer Almkäse mit Zwetschken-Preiselbeer-Chutney zugesprochen, zogen dann aber doch ein leichtes, süßes Dessert in Form eines Schokoladenauflaufs und Passionsfruchtparfaits vor, eine gute Wahl. Positiv auch die freundliche und persönliche Betreuung durch Frau Felleis, deren glasweise Weinempfehlungen die beste Ergänzung waren. Shop und Vinothek mit Produkten aus der Genussregion Südburgenland.

2009
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Noch vor dem Ortseingang St. Johann liegt etwas versteckt Reiners Wirtshaus. Betritt man das freundliche Lokal, fallen zwei Räume auf. Ein Teil mit rustikaler Einrichtung, der andere mit Tischtüchern und Stoffservietten stilvoll gedeckt. Im rustikalen Teil wird bodenständige Wirtshausküche serviert, zu Mittag ein zweigängiges Menü. Die Frittatensuppe war würzig und gut abgeschmeckt. Der Salat bestand aus Rucola, Vogerlsalat, Bohnen und Erdäpfeln und war gekonnt mariniert. Der Haustoast (von der Speisekarte der Wirtshauskuchl) ebenso sorgsam zubereitet - mit kross gebratenem Speck, saftigem Fleisch und frischen, in Butter sautierten Champignons. Auch die Gourmetkarte birgt qualitativ durchgehend Überraschungen, die wir alle als gelungen bewerten können. Das Junglauchrisotto mit zwei Forellenfilets war bissfest, ein Fischfilet knusprig gebraten, das andere mild geräuchert. Auf der Kinderkarte gibt es anstelle von Pommes frites Gemüse-Allerlei mit Kräuterreis. Der engagierte junge Küchenchef, Alexander Forbes, wird in Zukunft noch von sich hören lassen. Wer nach dem Essen nicht nach Hause fahren will, kann in einem der Gästezimmer übernachten.

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Reiners Wirtshaus Fam. Felleis

So ganz hat das Haus an der Salzach den Abgang seines langjährigen Küchenchefs offenbar noch nicht verkraftet, auch wenn sich die arg schwankende Performance der Umstellungs- und Selbstfindungsmonate inzwischen einigermaßen stabilisiert hat – auf etwas bescheidenerem Niveau als davor. Man kann „Reiners Haustoast“ auf der Standardkarte ruhig als Statement verstehen. Die wirklich schönen Schweinereien zu Beginn aber auch: großartige Rohwurst, himmlisches Grammelschmalz von Tieren aus eigener Zucht. Merke: Einfach währt am längsten. Wir haben uns versuchshalber trotzdem an die Ravioli mit Zander-Flusskrebs-Fülle und Safranschaum gewagt (und es schnell bereut), die butterweich geschmorten Schweinsbackerl mit Erdäpfelpüree machten aber fast alles wieder gut, der zartrosa Zwiebelrostbraten den Rest. Die offenbar unvermeidlichen Landgasthaus-Portionsgrößen gehen natürlich zu Lasten der Desserts, was in diesem Fall wirklich bedauerlich ist. Die Marillenmarmelade-Palatschinken zum Beispiel (ja, wir haben von der Vorspeise gelernt): einfach, super. Die teils fast unglaublich günstig kalkulierte, österreichisch dominierte Weinkarte übrigens auch.

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