Detailansicht 2014

2012
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Jede vernünftige Großstadt braucht Lokale wie dieses, Restaurants, in denen das Essen eigentlich nur mehr Nebensache ist, weil sonst eh alles so wunderschön scheint: Lage, Style, Publikum und vor allem die Chance, dort gesehen zu werden. Klingt nach Fabios, richtig, schmeckt nur leider nicht so gut: Das Beef Tatar war noch solider Standard, die Pappardelle mit Kalbsragout hätte man sich in der Filiale einer Florentiner Edelinstitution aber doch raffinierter gewünscht: die Pasta sehr well-done, das Ragout ziemlich unterkomplex. Annähernd ärgerlich dann das Ossobuco, das mit süßlicher Tomatensauce verunstaltet war, sowie das geschmacksneutrale Tiramisu. Schönheit ist nicht alles.

2011
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Im ersten Wiener Gemeindebezirk herrschen Rahmenbedingungen, von denen Restaurants in anderen Teilen Österreichs nur träumen können. So befindet sich im Procacci das Preisniveau bereits locker auf Zwei-Hauben-Niveau, die Leistung kratzt hingegen erst knapp an der ersten. Die mit Brät gefüllten Agnolotti piemontesi mit Asiago hätten es für sich alleine geschafft, auch wenn der angekündigte Thymian durch grob geschnittenen Petersil ersetzt wurde. Doch der rosa gebratene Thunfisch mit Tomaten-Orangen-Salat war im Kern noch zu kalt. Dies konnte auch die perfekte Würzung des Fisches nicht wettmachen. Eindeutig zu viel Salz hatte die Saltimbocca abbekommen, noch dazu erinnerte die eingedickte Sauce an die des Pastagerichtes. Ein nicht zu süßes Kokosnusseis mit weißer Leonidas-Schokolade überzogen und ein Espresso, der Urlaubserinnerungen an die Toskana erweckte, finalisierten den teuren Ausflug in italienische Gefilde.

2010
12

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Der extramodern gestylte City-Italiener aus der Cantinetta-Antinori-Familie hat sich ja bisher als die etwas piemontesischere, trüffeligere und nicht zuletzt klassischere Abteilung verstanden. Dann gab es Erschütterungen in der Geschäftsführung, wie man hörte, und eine Neudisponierung. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus: Die Antipasti-Variation – ein Frischkäse-Kirschtomaten-Türmchen, leicht grauer Prosciutto, eine Melanzani-Salami-Rolle mit Paprika-Fülle, getrüffeltes Püree – erwies sich als nicht übermäßig originell, die Tagliatelle mit Drachenkopf waren von dem Bild, das wir schon seit geraumer Zeit von idealer Pasta haben (mit souveränem Biss ausgestattet, nicht klebend), meilenweit entfernt, die Gattung des Fisches ließ sich bei diesem Gericht wirklich nicht feststellen. In der kapernlastigen Tomatensauce hätten die kleinen Fisch-Stückchen auch vom Tilapia sein können. Den unkomplizierten Klassiker Scaloppine al limone interpretierte man insofern, als dass ein rosa gebratenes Kalbsfilet tranchiert und von Zitronensauce mit Zesten begleitet wurde, was sich in einem Preis knapp unter € 30,- für relativ wenig Sensation niederschlug. Dafür wurde eine nach nichts schmeckende und jeden Italophilen beleidigende Pasta-Sättigungsbeilage gereicht.

2009
12

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Die Vorurteile sollte man vor Betreten des Procacci ablegen: Ja, das schicke Restaurant steht an der Stelle des einstigen Göttweiger Stiftskellers. Ja, der Ableger der Cantinetta Antinori ist das, was man wohl einen Szene-Italiener nennt. Aber Küche, Weinkeller und meist auch das Service entsprechen einem guten und unkomplizierten Ristorante. Das Carpaccio di manzo schmeckte so tadellos wie das schön kernige Risotto mit Barolo und Radicchio, bei dem die Shopperinnen am Nebentisch hoffentlich nicht Kalorien zählten. Empfehlenswert die wirklich gute Kalbsleber, deren venezianische Zubereitung gar nicht zum Toskana-Motto passte. Die Panna cotta war paradetypisch, fest, aber nicht zu fest.

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Procacci Cosimo Zaccaria

Nicht überall, wo Touristen hinströmen, muss das Essen von minderer Qualität und der Service lausig sein. Beweis dafür ist das Restaurant Procacci. Wir testeten sonntagabends, als das Lokal von ausländischen Gästen gut gefüllt war – die Service-Mitarbeiter parlierten gut in drei Sprachen, die hausgemachten Pappardelle mit Kalbsragout waren al dente, detto die Trüffeltagliatelle. Das Ragout war mit Gewürzen nicht überlastet, hatte zusätzlich noch Biss. Das zarte Filetto di manzo kam mit einem Streifen Lardo, der auf dem Fleisch zerfließen durfte. Die Seppie grigliate auf Rucola innen weich, außen knusprig gebraten. Ein Manko: Die Portionen sind zu groß – dieser touristische Kniefall müsste nicht sein.

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