Die weichen Sessel eignen sich eher zum Lümmeln als zum Essen. Kein Wunder! Die in Worten ausgeschriebenen Preise sind durchaus geeignet, einen in die Polster zu drücken. Der Kärntner Laxn mit Petersilerdäpfeln und Blattsalat wie auch der originellerweise gebraten, klassisch sowie „kärntnerisch“ (faschiertes Laberl im Semmelkrenmantel) servierte Tafelspitz (namens „hoch 3“) waren allerdings tadellos. Aber das darf man erwarten, schließlich sollte das Gefälle vom Schloss-Stern zur Dependance am See ja auch nicht allzu extrem sein. Das „Kalte Kärnten" (Enten-, Hirsch- und Wildschweinschinken) war dann aber schon zu kalt um zu munden; der Kaiserschmarren viel zu heiß, zu fett, zu süß und auf suspekte Weise kompakt. Dass Weinspezialitäten zu schwindelerregend niedrigen Preisen angeboten und die Servicebrigade von ausgesuchter Freundlichkeit ist, soll aber auch nicht verschwiegen werden.
Seespitz Monika Klehmaier
Einer der schönsten Plätze am See: Vom Seespitz blickt man bis Pörtschach, da können die Augen Landschaft schmausen. Damit auch der Gaumen schmausen kann, muss man erst einmal einen Platz ergattern, was hier mitunter nicht leicht ist, weil der Service nicht so recht weiß, wem er welche Plätze geben darf. Hat er es dann doch geschafft, wird Gast mit einer recht kleinen Karte konfrontiert. In der Tafelspitzconsommé schwamm einsam ein Schlickkrapferl, mit den Frittaten ist man wohl besser beraten. Sehr gut schmeckte das klassische Wiener Schnitzel, das Rinderfilet in der Meauxsenf-Kruste war zart und von einem Kartoffelgratin passend begleitet. Durchschnittlich die Crème brûlée mit Früchten, hoch letztlich die Rechnung.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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