Der Sagwirt ist ein unauffälliges, erst auf den zweiten Blick stattliches Gasthaus an der Straße zum nahen Skigebiet Krispl-Gaißau, das seine Qualitäten nicht durch äußeren Glanz, sondern dank seiner inneren Werte ausspielt. Ein Gasthaus at it’s best mit von vielen Hosenböden glattgewetzten Holzbänken. Hier gibt es die preisgünstige klassische Gasthausküche vom Würstel im Gulaschsaft bis Wiener Schnitzel, Zwiebelrostbraten, Essigwurst und Kalbsrahmbeuschel, die auch einheimischen Waldarbeitern die Mittagspause versüßen. Daneben sorgt sich eine eigene, Vertrauen erweckend kleine Karte um Feinspitze. Bei unserem Besuch etwas abseits der Saison folgten wir gern der Empfehlung der Köchin: Nach einer kräftigen Linsensuppe zum Auftakt wollte sie uns das Beste vom Schwein zubereiten oder ein geschmortes Schulterscherzel vom Rind. Wir entschieden uns für das Schwein und wurden damit glücklich: vier verschiedene Fleischstücke, vier Geschmäcker, eins zarter und geschmackvoller als das andere. Und zum Nachtisch, um das Gesamtkunstwerk voll zu machen, Marmelade-Palatschinken. Ein lebendiges Gasthaus, das auch mit Wildwochen und Gansltagen von sich reden macht.
Sagwirt Gerald Pichler
Weder die dörfliche Lage des Hauses noch das Ambiente würden hier mehr als Gasthausküche erwarten lassen. Doch neben der traditionellen Wirtshausküche werden auf der Menükarte unter Spezialitäten überraschende kulinarische Kreationen geboten. Hübsch angerichtet kam das gebackene Bauernei auf Cremespinat mit fein nach Champignons duftenden Schaumtupfern, ordentlich war die klare Rindsuppe mit Bärlauchpofesen und auch der Cappuccino von Jungzwiebeln mit Lachstatar war eine erfreuliche Kombination. Als fleischloses Gericht bot man uns etwas langweilig schmeckende, mit Mozzarella überbackene Polentataler auf Blattspinat und sautierten Kirschtomaten. Locker und leicht schmeckte der süße Ausklang mit Nougatknödeln in Butterbröseln und Vanilleparfait im Schokospitz.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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