Peter Strolz’ kleines gastronomisches Imperium zieht Impulse, Ideen und Traditionen aus aller Welt zusammen und konzentriert sie auf ein paar hundert Quadratmetern. Selten erlebt man in einem Bergdorf so viel Kosmopolitentum. Aber es ist halt Lech. Und es ist eben Strolz. Starten wir in der im Karibiklook gehaltenen Bar, wo wir auch den letzten Single Malt zu uns nehmen werden. Aber zur Hauptsache: Asien, Steaks. Was es hier nicht gibt, scheint es nirgendwo auf der Welt zu geben. Wir starteten mit Kaviar (allerdings vom Saibling, schließlich sind wir arme Restauranttester und keine Oligarchen) mit Erdäpfelschnee und Crème fraîche und Schnittlauch und fragten uns plötzlich, ob zwischen St. Moritz und Lech eine Art kulinarische Rohrpost eingerichtet worden ist. Wie auf einer Skischaukel zwischen den Tälern bewegten wir uns zwischen Hongkong und New York (und waren am Tisch auch eleganter anzuschauen als auf der Piste, fürchten wir). Einmal Königskrabbe mit Yuzu (japanischer Zitrone, wenn wir uns nicht irren), Dijonsenf und Schwarzem Rettich, dann ein Teller Thunfisch als schlichtes Sashimi, ein paar von Fuxens witzigen Special Rolls, nachher wechselten wir, ohne den Tisch zu wechseln, ins Steakhaus und stellten bei Rib Eye aus Argentinien überzeugende Qualität und Machart fest. Holzkohlengrill-Aroma, schöne Beilagen. Rosmarinduft. Zurück nach Asien mit den Langustinos im Gyozateig mit gelbem Curry, Gänseleber (sic!) und Brunnenkresse. Die Verwendung der Foie gras als warme Begleiterin und Füllung diverser Teigwaren (Ravioli zum Hummer mit Thaiaromen) halten wir für überdenkenswert. Ein paar Löffel Kokos-Crème brûlée noch und dann wie schon angekündigt: die Whiskyauswahl ... Vielleicht dass man am nächsten Tag wieder kommt – auf eine heiße Bloody-Mary-Suppe mit Gin-Obers. Und ein Tatar mit Rösti. Und wenn wir auf der Piste den Oligarchen unseres Lebens getroffen haben, gibt es richtigen Kaviar und Wagyu Beef – 180 Gramm zu € 85,–.
Fux Peter und Martina Strolz
Die Weinkarte des Restaurants Fux gehört zu den umfangreichsten am Arlberg. Alleine die Auswahl an Wachauer Smaragd-Weinen – zu entsprechenden Preisen – zaubert jedem Weinfreund ein Lächeln ins Gesicht. Unterhaltsam ist auch die Möglichkeit, den Köchen in der offenen Küche über die Schulter zu blicken, besonders wenn es wie an unserem Abend hektisch zugeht. Weniger amüsant verlief leider unser Essen. Die verschiedenen, mit Fisch gefüllten asiatischen Reisrollen waren geschmacklich einwandfrei, doch wurde ein Reis verwendet, der nicht genügend klebte, weshalb die Rollen bei der Aufnahme mit den Essstäbchen zerfielen. Nach dem ziemlich mühsamen Verzehr dieser Vorspeise sorgten eine Zitronengras-Suppe mit reichlich Sesamöl und etwas Koriander sowie ein rosa gebratener Thunfisch mit Wokgemüse und Couscous für Zufriedenheit. Die herbe Enttäuschung folgte aber beim Filet vom Iberico-Schwein: Dieses edle Fleisch zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass selbst der Lungenbraten zart marmoriert ist, was bei einwandfreier Zubereitung zu einem besonderen geschmacklichen Vergnügen führt. Uns wurde das Fleisch aber kalt serviert, die Folge war ein unangenehmer Fettgeschmack, den wir nur mit Hilfe des kalten Veltliners einigermaßen neutralisieren konnten. Ein cremiges Sake-Buttermilch-Eis beendete das nicht gerade berauschende Essen.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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