Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Peter Strolz’ kleines gastronomisches Imperium zieht Impulse, Ideen und Traditionen aus aller Welt zusammen und konzentriert sie auf ein paar hundert Quadratmetern. Selten erlebt man in einem Bergdorf so viel Kosmopolitentum. Aber es ist halt Lech. Und es ist eben Strolz. Starten wir in der im Karibiklook gehaltenen Bar, wo wir auch den letzten Single Malt zu uns nehmen werden. Aber zur Hauptsache: Asien, Steaks. Was es hier nicht gibt, scheint es nirgendwo auf der Welt zu geben. Wir starteten mit Kaviar (allerdings vom Saibling, schließlich sind wir arme Restauranttester und keine Oligarchen) mit Erdäpfelschnee und Crème fraîche und Schnittlauch und fragten uns plötzlich, ob zwischen St. Moritz und Lech eine Art kulinarische Rohrpost eingerichtet worden ist. Wie auf einer Skischaukel zwischen den Tälern bewegten wir uns zwischen Hongkong und New York (und waren am Tisch auch eleganter anzuschauen als auf der Piste, fürchten wir). Einmal Königskrabbe mit Yuzu (japanischer Zitrone, wenn wir uns nicht irren), Dijonsenf und Schwarzem Rettich, dann ein Teller Thunfisch als schlichtes Sashimi, ein paar von Fuxens witzigen Special Rolls, nachher wechselten wir, ohne den Tisch zu wechseln, ins Steakhaus und stellten bei Rib Eye aus Argentinien überzeugende Qualität und Machart fest. Holzkohlengrill-Aroma, schöne Beilagen. Rosmarinduft. Zurück nach Asien mit den Langustinos im Gyozateig mit gelbem Curry, Gänseleber (sic!) und Brunnenkresse. Die Verwendung der Foie gras als warme Begleiterin und Füllung diverser Teigwaren (Ravioli zum Hummer mit Thaiaromen) halten wir für überdenkenswert. Ein paar Löffel Kokos-Crème brûlée noch und dann wie schon angekündigt: die Whiskyauswahl ... Vielleicht dass man am nächsten Tag wieder kommt – auf eine heiße Bloody-Mary-Suppe mit Gin-Obers. Und ein Tatar mit Rösti. Und wenn wir auf der Piste den Oligarchen unseres Lebens getroffen haben, gibt es richtigen Kaviar und Wagyu Beef – 180 Gramm zu € 85,–.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das trendig-junge Lokal ist zwei in einem: unten ein klassisches Steakhouse mit Filets vom Holzkohlengrill und allem, was dazugehört, oben ein euro-asiatisches Restaurant, wo asiatische und westliche Küche frech und doch harmonisch aufeinandertreffen. Küchenchef Peter Brandner versteht es in seiner offenen Schauküche perfekt, die frischen Zutaten naturbelassen, leicht und bekömmlich zu verarbeiten und die Gerichte heiß, appetitlich und liebevoll anzurichten, unterstützt von einem flinken und unaufdringlichen Service. Erfrischend der Thaisalat mit Crevetten und Mangoespuma als Gruß aus der Küche, kräftig mit viel fein geschnittenem Gemüse versehen die klare Zitronengrassuppe, aber leider mit versalzenem sautierten Hummerfleisch, dafür herrlich abgeschmeckt das knackige Wokgemüse mit Sesamöl und Oystersauce auf Basmatireis. Dezent orientalisch gewürzt die Hühnerbrust aus Challans auf cremiger Pistazienpolenta und gebratenem Pak Choy. Auch die Desserts überzeugten: Hausgemachte Valrhona-Schokoladentarte mit Baileysrahmeis sowie „Alles Mango mit Tatar, erfrischendem Sorbet in der Honighippe und Smoothie. Gastgeber Peter Strolz bietet rund 2.600 verschiedene Weine aus aller Welt, der Preis eines Glases offenen Weins kostet stolze 6,90 bis 22,50 Euro.

2009
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Der relativ junge, moderne "Fux-Bau" schloss eine Lücke im grundsätzlich kulinarisch ohnehin bestens versorgten Lech. Vom Steakhouse im Souterrain über die trendige Bar bis zum euro-asiatischen Restaurant mit großer Schauküche - das innovative Konzept geht auf, wie das allabendliche Full house beweist. Zurecht, denn schon mit dem Thunfischtatar auf Linsen zeigte Küchenchef Peter Brandner, wo er hin will - und auch schon angelangt ist: an die Spitze der Arlberger Fusionküche. In diesem Sinne gelangen auch das gebratene Kalbsbries mit Vanille und Koriander-Aromen sowie ein kurz gebratenes Steak vom Yellow Fin Tuna vortrefflich. Seit Jahren hingegen ein Schwachpunkt: die Desserts - Mangotatar mit Kokossorbet, halbgefrorene Macchiato-Creme mit Bailey's - ganz nett, aber noch nicht auf Zwei-Hauben-Niveau. So umfassend das Weinangebot ist, die glasweise Auswahl präsentiert sich erweiterungsbedürftig. Ein Kapitel für sich stellt der Service dar. Sagen wir's so: Wären die drei Damen nicht derart flink und vif, gäbe es ein größeres Problem.

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Fux Peter und Martina Strolz

Die Weinkarte des Restaurants Fux gehört zu den umfangreichsten am Arlberg. Alleine die Auswahl an Wachauer Smaragd-Weinen – zu entsprechenden Preisen – zaubert jedem Weinfreund ein Lächeln ins Gesicht. Unterhaltsam ist auch die Möglichkeit, den Köchen in der offenen Küche über die Schulter zu blicken, besonders wenn es wie an unserem Abend hektisch zugeht. Weniger amüsant verlief leider unser Essen. Die verschiedenen, mit Fisch gefüllten asiatischen Reisrollen waren geschmacklich einwandfrei, doch wurde ein Reis verwendet, der nicht genügend klebte, weshalb die Rollen bei der Aufnahme mit den Essstäbchen zerfielen. Nach dem ziemlich mühsamen Verzehr dieser Vorspeise sorgten eine Zitronengras-Suppe mit reichlich Sesamöl und etwas Koriander sowie ein rosa gebratener Thunfisch mit Wokgemüse und Couscous für Zufriedenheit. Die herbe Enttäuschung folgte aber beim Filet vom Iberico-Schwein: Dieses edle Fleisch zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass selbst der Lungenbraten zart marmoriert ist, was bei einwandfreier Zubereitung zu einem besonderen geschmacklichen Vergnügen führt. Uns wurde das Fleisch aber kalt serviert, die Folge war ein unangenehmer Fettgeschmack, den wir nur mit Hilfe des kalten Veltliners einigermaßen neutralisieren konnten. Ein cremiges Sake-Buttermilch-Eis beendete das nicht gerade berauschende Essen.

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