„Willkommen im Saluti, der Zwei-Hauben-Pizzeria“, liest man an der Hauswand vor dem Eingang zum Lokal. Diese eher ironisch gemeinte Begrüßung charakterisiert sehr gut die Ausnahmestellung des Restaurants. Obwohl an der Ausstattung und der Tischkultur in letzter Zeit sichtlich gearbeitet wurde, stehen Ambiente und Küchenqualität hier noch immer in einem reziproken Verhältnis. Unser Besuch fiel in die Themenwoche „Mexikanische Küche“, und so wählten wir vertrauensvoll Speisen aus dieser aktuellen Karte. Schon der Gruß aus der Küche, ein Sülzchen von Edelfischen, bestach durch einen feinen Säurehintergrund und offenbarte, auf welche kreativen Aromakombinationen sich der Küchenchef da einlässt. Dies bestätigte sich auch beim lauwarmen Roastbeefsalat mit Früchten und Erdnuss-Salsa oder der Schwarzen Linsensuppe mit Ananas und Garnelen. Die Präsentation der Edelfische mit Paprika, jungem Gemüse, Zitronengras und Ingwer weckte Assoziationen zu Urlaub und Meer, das Gericht war stimmig, die Zutaten passten zueinander, waren behutsam gegart, ihr Eigengeschmack trat klar hervor. Auch die Desserts waren auf hohem Niveau und ließen uns sorgenvoll an unseren Body-Mass-Index denken. Herr Moser liefert mit seinen Kreationen einen nicht unerheblichen Beitrag zur Kultivierung des Geschmacks, das Saluti ist zweifellos eine Destination, für die man auch eine weitere Anreise in Kauf nehmen kann.
Saluti Ernst Moser
„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“, so lautet eine alte Binsenweisheit, Ernst Moser jedoch gelingt es schon seit Längerem, diese zu widerlegen. Seine Kreativität, mit der er sich schon an die Spitze von Wiener Nobelbetrieben gekocht hatte und die er sich über die Jahre bewahren konnte, zeigte sich bereits beim Aperitif, einem erfrischenden Erdbeerfrappé mit Holunderschaum: eine gelungene und alkoholfreie Alternative zu den auf Dauer doch ermüdenden Prosecco-Mischungen. Als subtile Komposition exotischer und regionaler Aromen erwies sich dann ein Edelfisch-Sülzchen mit Wildkräutern und Limettenschaum. Das Milchlamm-Beuschel, begleitet von cremiger Polenta, unterstrich eindrucksvoll die nicht nur in Osttirol vertretene Meinung, dass die Produktqualität der in den Tauern gezüchteten Tiere ihresgleichen sucht. Als verspielt bis verwegen präsentierte sich schließlich das Dessert, Schäume von Schokolade und Himbeeren wechselten sich gekonnt mit Frucht-Sorbets und Cremes in allen möglichen Aggregatzuständen ab. Ein Blick in die Weinkarte ist ein Muss, der Herr des Hauses hat über die Jahre hinweg wahre Schätze zusammengesammelt.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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