Wer in Österreichs Gourmetgasthausszene reüssieren will, sollte über artistisches Talent verfügen. Es gilt, den Spagat zwischen Bodenständigkeit und Kreativität möglichst schmerzfrei zu absolvieren. Beim Novak gelingt die Übung perfekt, zwischen amtlichen Zwiebelrostbraten und Jakobsmuschel passt hier kein Blatt Speisekarte, interessanter geriet trotzdem Letztere: Sie wurde leicht paniert, kurz gebraten, mit Grammeln und vakuumiertem Apfel sehr schön kontrastiert. Etwas weniger glücklich fiel die Kombination aus knusprig gebratenem Zander und Spargel-Erbsenschoten-Orecchini aus, die klassisch flaumige Marmeladepalatschinke glich das allerdings problemlos aus. Allez hop!
Beim Novak Samir Masic und Duško Novakovic
Nahe der geschäftigen Mariahilfer Straße gelegen, überrascht das Restaurant „Beim Novak“ mit Sicherheit mit einem: Das Preis-Leistungs-Verhältnis beeindruckt trotz der zentralen Lage. Davon abgesehen überzeugte dieses Jahr auch die Küche: Nach einer intensiv schmeckenden Paprika-Zitronengras-Schaumsuppe und kleinen Grammelknödeln zergingen das Kaninchen im Speckmantel sowie das in Rotwein geschmorte Schulterscherzerl förmlich auf der Zunge. Die „Altwiener Krautfleckerln“ schmeckten ebenso vorzüglich. Das günstig kalkulierte Menü wurde durch ein erfrischendes hausgemachtes Topfeneis mit Marillenkompott abgeschlossen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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