Gut, dass der kleine Ort Traismauer ein Gasthaus wie die Weintraube hat. Auf dem Weg auf der Bundesstraße von oder nach Wien findet der Reisende hier mit Sicherheit eine adäquate Verpflegung. Uns hat es geschmeckt, wenn auch nicht so wie in der Vergangenheit – es bleibt aber bei einer soliden 13-Punkte-Leistung. Wir nahmen also Platz im Speisesaal, der wohl gefüllt mit Radlertouristen aus dem deutschsprachigen Ausland war, dessen Ambiente allerdings nicht sehr ansprechend ist. Auf den Tisch kamen traditionelle Gerichte wie das Verhackerttörtchen, eine Spezialität des Hauses, sowie ein fein gratinierter Ziegenfrischkäse, begleitet von Kräuterauszügen. Sehr gut das Cordon bleu, dessen Panier feine Blasen warf, auch das Fleisch war zart, dazu knackiger Salat und einwandfreie Erdäpfeln. Zum Dessert gab es eine wunderbare Nusstorte mit flüssiger Schokolade. Die Weinkarte wird als Schiefertafel in Form einer riesigen Weinflasche an den Tisch herangerollt. Die Auswahl darauf ist gut und vor allem zu annehmbaren Preisen. Alles in allem eine ordentliche Leistung, jedoch zu wenig Kreativität für eine höhere Bewertung.
Gasthof zur Weintraube
Dass Sonntagmittag ein ganzer Tisch im Schankraum mit Schulheften belegt ist, erzeugt eher ein Gefühl von Chaos als von Wohlbehagen. Angenehmer sitzt es sich im begrünten Innenhof mit seinen neuen, bequemen Gartenmöbeln. Trotz voll besetzter Tische nahm die Patronne sich Zeit für die Beratung und weckte dabei einiges an Erwartungen. Als Tagessuppe empfahl sie eine Rindsbouillon mit Chorizo-Knödel. An der Suppe gab es nichts auszusetzen, mit dem Knödel aber stimmte etwas nicht: Der Form nach glich er einem Fladen, von der Konsistenz her war er ein Flan. Die Farbe erinnerte an eine Marille und der Geschmack war kaum vorhanden. Nach ähnlichem Rezept wurde offenbar das als Spezialität des Hauses gepriesene Verhackerttörtchen gefertigt, das wie ein in eine runde Form gepresstes Schinkenomelett aussah und auch so schmeckte. Warum die gekochte Rindsschulter vom Donaulandrind gebacken werden musste, ist nicht nachzuvollziehen. Die Panier war fetttriefend, das Fleisch kaum gesalzen. Als bestes Gericht entpuppte sich das ganz normal im Rohr gebratene Huhn von guter Bauernhofqualität. Der Scheiterhaufen zum Dessert hatte zwar eine überaus beeindruckende Schneehaube, schmeckte aber etwas zu trocken, trotz köstlichem hausgemachten Kirschenkompott. Die Weine auf der „mobilen Weintafel” sind nach Anbaugebieten und nach Rebsorten gegliedert, die Preise gut kalkuliert und so lässt sich einiges entdecken (z. B. ein Rotgipfler vom Weingut Stadlmann in Traiskirchen).
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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