70 Cent kostet die Fahrt mit dem Schlossberglift zum Wahrzeichen der Stadt, dem Uhrturm. Wer diese kleine Investition tätigt, kommt auch in die Versuchung, das Aiola Upstairs zu besuchen. Sich der einzigartigen Lage anscheinend völlig bewusst, zeigt sich das Servicepersonal nicht gerade von einer besonders entgegenkommenden Seite: Gruß- und Abschiedsformeln scheinen hier gänzlich unbekannt zu sein. Und bleiben wir noch kurz beim Negativen: Die Weinkarte hatte auf uns die Wirkung einer Schlaftablette. Nur die üblichen Verdächtigen ohne interessante Alternativen wirken vor den Toren der Südsteiermark wie ein Hohn für interessierte Weintrinker. Zur Küche. Das Kaninchenfilet mit schwarzen Nüssen war eine eher trockene Angelegenheit, die Crème brûlée vom Ziegenkäse hätte durchaus kräftiger im Aroma ausfallen können, und das Marillensenf-Dressing bestand gerade aus einem Tropfen. Der Rehrücken war exakt gebraten und auch hinsichtlich der Fleischqualität erste Klasse, der Zander in der Tramezzinikruste tadellos. Ein erfrischendes Limettensorbet sowie ein mit eingelegten Cranberrys gefülltes Brandteigkrapferl gaben uns die nötigen Kalorien für den entspannenden Abstieg vom Hausberg der Grazer.
Aiola Upstairs Mag. Gerald Schwarz, Judith Huber
Die spektakuläre Lage des Aiola Upstairs gegenüber dem Uhrturm auf dem Grazer Schlossberg bietet einen herrlichen Blick auf die rote Ziegeldachlandschaft der Stadt. Die Servicemannschaft empfing und begleitete uns diesmal freundlich, und wir waren gespannt, ob die Küche unseren recht hohen, freudigen Erwartungen standhalten würde – wurden aber gleich zu Beginn enttäuscht. Optisch noch recht anregend und kreativ, schmeckten sowohl der Ziegenkäse mit zweierlei Petersilie und Thai-Mango als auch der Seeteufel auf Couscous mit Lardo, Bärlauch und Thymian ziemlich indifferent, die einzelnen Komponenten der Gerichte kamen kaum zur Geltung. Dies setzte sich bei in Kernöl pochiertem Zander fort, lediglich das Zweierlei vom Lamm mit Kartoffel-Pilz-Cannelloni konnte überzeugen, herrlich zartes Fleisch und die gut harmonierende Beilage ließen das Potenzial der Küche erahnen. Ein kleiner Trost waren eine abschließende Pina Colada in drei Texturen und ein sehr guter Espresso. Unverändert unkreativ präsentierte sich auch die Weinkarte, unter den Rotweinen die üblichen Verdächtigen, die Weißweinauswahl immerhin ein wenig spannender.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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