Limes
Der PR-Claim von Franz Haslauers Zweit-Nobelitaliener verheißt „mediterrane Lebensfreude", was schon die Frage aufwirft, wie das in einem gnadenlos zeitgemäß gestylten Businesslunch-Lokal mitten in der Wiener Innenstadt funktionieren soll. Andererseits ist Lebensfreude ja ein dehnbarer Begriff und der Fokus liegt hier sowieso auf einer gewissen Großstadtlässigkeit. Selbige wird, ungeachtet eines leicht größenwahnsinnigen Komplettanspruchs (das Limes fungiert unter anderem als Edelkantine, Frühstückslokal, Nachmittagslounge und Dinnertempel) mit angenehmer Professionalität vermittelt. In Gerichten ausgedrückt heißt das: leichte, gemüse-, fisch- und pastalastige Küche für Sex-and-the-City-Fans. Und ja, das hat was: Cremiger Büffelmozzarella wird da mit Erbsencreme, Minze und geschmorten Tomaten konsequent zum Luxushappen aufmontiert, die Linguine cozze e vongole werden durchaus gewinnbringend in zitronigem Pernod-Fond geschwenkt. Bei den Hauptgerichten wagt man zum Teil auch den etwas deftigeren Zugang, was angesichts butterzarter Kalbfleisch-Polpettine mit Parmesanpüree und Blattspinat nur begrüßt werden kann. Klarer Fall von Dolce Vita.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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