Leider war es bei unserem Besuch im Hollmann Salon noch zu kalt für den Gastgarten, aber auch drinnen im alten Gewölbe fühlten wir uns wohl. Dazu trug noch der zuvorkommende Service und die fast durchgängig sehr gute Küchenleistung bei. Wir starteten mit einem eingelegten Jungsaibling mit knackigem Salat, im Einmachglas serviert, und einem frisch gebratenen, krossen Wachtelbrüstchen –alles sehr stimmig und gekonnt zubereitet. Das Orangenrisotto mit Flusskrebsen und Schnecken war punktgenau al dente gegart, die Bärlauchgnocchi ließen einen Hauch von Frühling erahnen. Das Filet vom Strohschwein war zart und begleitet von einem intensiven Fond, einzig die gefüllte Bachforelle konnte mit den anderen Gerichten nicht mithalten, sie fiel zu trocken aus. Die Desserts versöhnten uns wieder vollkommen, besonders das Eisenkrautparfait mit der Bitterschokolade und dem Erdbeermark hatte es uns angetan, ein schmelzender Genuss. Die Weinauswahl ist klein, aber bietet sehr schöne österreichische Tropfen.
Hollmann Salon im Heiligenkreuzerhof Robert Hollmann, Mag. Philipp Patzel
Wer ein Abendessen im exklusiv gelegenen Heiligenkreuzerhof als Hort der Ruhe in der Partyzone des ersten Bezirks genießen möchte, muss früh dran sein. Mitunter schon ab neun, spätestens aber um 22 Uhr ist Schluss mit der Zugangsmöglichkeit (und dem Gastgartenbetrieb). Die regional-kreative Küche ist es allerdings in der Regel wert, sich diesen Restriktionen zu unterwerfen, wenngleich sich unliebsame Disharmonien bei einigen Gerichten bemerkbar machten. Die kunterbunte, hinsichtlich der unterschiedlichen Intensität wenig überlegt scheinende Kräutermischung zu den feinen hausgebeizten Lammrückenscheiben mit Chilisauce und Minzpesto bereitete ebenso wie der ordinär-banale gebratene Kopfsalat zum süßsauer marinierten Saibling Grund zur Sorge – zur Sorge nämlich, ob man im Hollmann Salon wirklich noch auf Hauben-Niveau speist. Ein eher langweiliger Zander und das allzu trockene Strohschwein waren da auch nicht unbedingt auf der Haben-Seite zu verbuchen. Glücklicherweise machten die köstlichen Zitronengnocchi mit Weinkraut und konfierter Hühnerkeule (sowie die schöne glasweise Weinauswahl) mehr Freude. Für den kleineren Hunger gibt es nach wie vor das sogenannte „Salon-Brett'l“ (mit zu viel Grünzeug).
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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