Das Restaurant von Karl Schwillinsky ist in Langenlois eine gastronomische Institution geworden, die deutlich an Niveau gewonnen hat. Ob im romantischen Garten mit seinen Arkaden oder in den teilweise geschmackvoll renovierten Stuben – man nimmt in angenehmer Atmosphäre Platz. Die Weinkarte „Der Mensch und seine Weine" beinhaltet nicht nur die besten Tropfen der Region, es werden auch die Winzer teilweise recht humorvoll vorgestellt. Auch das glasweise Angebot kann sich sehen lassen. Vom Service bestens betreut, bestellten wir vorzüglichen, zarten Waldviertler Rohschinken mit Rucola und Parmesan und ein dezent geräuchertes Saiblingsfilet mit einer köstlichen Apfel-Kürbis-Marmelade als Vorspeise – ein gelungener, von einem mediterranen Hauch geprägter Einstieg. Wie nicht anders erwartet, erfreute die kräftige, tadellose Leberknödelsuppe, schöne Stangen vom Spargel aus dem Hoyos-Anbau erwiesen sich als wahres Vergnügen. Sowohl ein geschmortes Kalbsschulterscherzel wie auch ein Zürcher Geschnetzeltes vom Schweinsfilet mit auf der Zunge zergehenden Gnocchi zeigten einmal mehr das Können des Chefs. Die Fische stammen aus regionalen Gewässern, ein „Total Regional Menü" wird in fünf Gängen serviert. Der süße Abschluss schien verführerisch, überzeugte jedoch nicht zur Gänze: Während das hausgemachte, cremige Mandeleis mit Schokolade, Obers und Eierlikör begeisterte, hinterließ der kleine Eiskaffee einen weniger guten Eindruck, obwohl Karl Schwillinsky gerade hierfür ein guter Ruf vorauseilt. Beendet wurde unser Besuch mit selbst gemachten, kleinen Kipferln zum Espresso.
Schwillinsky Karl Schwillinsky
Langenlois, das klingt nach Wein, nach Heurigem und rustikalen Jausen. Dennoch oder gerade deshalb lohnt sich zur Abwechslung ein Besuch im Gasthaus Schwillinsky, in dem ebenfalls bodenständig-regional, aber mit dem gewissen Etwas aufgekocht wird. Stimmig sitzt es sich im schwarz-weiß gehaltenen Nichtraucherzimmer, wobei man vom knusprigen baguetteartigen Schwarz- und Weißbrot (von einem Rohrendorfer Bäcker), so gut es auch ist, nicht zu viel essen sollte, damit noch genug Platz bleibt für den milden Ziegenfrischkäse (immerhin von Robert Paget) mit Peperonata und Bärlauchpesto mit kleinem Knusperstangerl. Des Weiteren höchst erfreulich die feine Kohlrabischaumsuppe und – als Tagesempfehlung vom aufmerksamen Service – geschmorte Rindsbackerln mit Erdäpfelpüree und Gemüse, eine stattliche Portion, die fast zum Verzicht der Nachspeise, lauwarme Waldviertler Bio-Graumohnschnitte mit Obers und Schokosauce, geführt hätte, was schade gewesen wäre. Weinmäßig gibt es vom durchaus ordentlichen Schankachterl zu € 1,– bis zu speziellen Hausabfüllungen (sehr gelungen die Zweigelt-Cuvée von Thomas Leithner) und einer Auswahl zum Mitnehmen für zuhause vieles, was Gaumen begehren.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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