Die Lage gehört wohl zum Besten, was dieses exklusive Schlösschen zu bieten hat. Da sind die Erwartungen auch angesichts der beachtlichen Küchenleistungen der Vorjahre doch gehoben. Insgesamt aber erschien das Restaurant bei unserem diesjährigen Besuch etwas orientierungs- bis lieblos. Die Speisekarte liest sich sehr kompliziert und setzt sich aus viel Exotik zusammen. Kaum typische österreichische Klassiker waren auszunehmen. Zum Gedeck gab es gesalzene und salzlose Butter und viererlei Gebäck. Als Amuse bouches dann kalte Melonengazpacho, Spargel-Tomaten-Ragout und gebackene Auberginenröllchen. Die Sauerampfersuppe war sehr wässrig-dünn. Darin schwammen mit einer Farce gefüllte Morcheln. Die lauwarme Rinderkraftbrühe zeigte sich sehr kraftlos, entbehrte einer namensgebenden reichlichen Fleischbasis. Die länglich geschnittenen Milzpofesen wurden extra dazu gereicht und schmeckten ausgezeichnet. Enttäuschend dann der Rücken vom Landschwein in einer extrem süßen, beigen Sauce, angeblich Pancettajus mit etwas Honig im Spiel. Die rechteckig geschnittenen Stücke von der Dorade zeigten Spuren von Safran, schmeckten aber trocken, das begleitende Minz-Tomaten-Couscous war noch der Höhepunkt bei diesem Gericht. Das Waldmeister-Sauerrahm-Sorbet bildete den geschmacklich deutlich bitteren Abschluss. Angeblich weilt der Küchenchef sehr häufig auf Stages in ausländischen Küchen, was das auch immer für die Küche des Mönchstein bedeuten mag.
Schloss Mönchstein Dir. Samantha Teufel
Wie ein Bild aus dem Märchenbuch thront das Schloss Mönchstein über der Festspielstadt, und die Küche sorgt auch dafür, dass das Märchen nicht so schnell abreißt. Im Schloss werden mehrere Bühnen bespielt: Man isst im gotischen Salon zwischen strengen, schwarzen, denkmalgeschützten Möbeln, auf Terrassen oder unter alten Bäumen im Schlosspark oder, ganz privat, in der Turmspitze mit Platz für vier Personen und einen Kellner. Es handelt sich um das kleinste Restaurant der Welt, wie man im Schloss erzählt. Man kann auch für eine größere Einladung das ganze Schloss mieten. Nicht schlecht. Jedenfalls: In dieses hübsche Schlösschen kommt man nicht, um nur den schnöden Hunger mit einem Schnitzel zu stillen. Der Schauplatz verlangt bessere Gründe. Viel lieber erzählt man im Schloss von Herren, die angefeuert vom Ambiente nicht anders konnten, als um die Hand ihrer Liebsten anzuhalten. Das Heiraten steht einem später dann auch noch in der Schlosskapelle offen. Essen kann man im Schloss Mönchstein übrigens auch, und zwar sehr gut. Wir nahmen auf einer modernen Terrasse unter Bäumen Platz und wurden mit ziemlich viel Lesestoff in Form von Menüvorschlägen eingedeckt. Interessante Lektüre, bei der es an nichts fehlte: lauwarmer Hummer mit Muskatkürbis, Jakobsmuscheln, Kaviar, eine Zeile tiefer Kärntner Kasnudeln und als Nachspeise etwa Ribisel-Sorbet Armer Ritter. Angenehm, dass Hauptspeisen auch als Zwischengerichte angeboten werden. Wir durften schließlich eine kleine Lachsforelle als Vorspeise genießen, uns über eine grandiose eiskalte Kirschgazpacho freuen und uns an einem wirklich verteufelt gut zubereiteten Seeteufel mit leichter, aber geschmacksstarker Paella delektieren. Ein raffiniertes Pistaziengebäck mit Himbeer-Sorbet und Mascarpone kam da noch gerade recht. Hut ab.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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