Ein echtes Gourmetangebot sucht man in großen Hotels oft vergeblich. Leider auch im Grand Hotel in Lienz. Die Vorspeisen sind einfach und ohne Raffinement, die Auswahl unter drei Hauptspeisen nicht gerade überwältigend. Ein Küchenkonzept ist nicht erkennbar. Die von uns probierte Renke war von handelsüblicher Frische, zudem zu lange gegart und damit trocken. Während das Pestorisotto durch etwas Nachwürzen dem italienischen Original nahekam, enttäuschte die Beilage: Süßwassershrimps, Kommerzware aus Ostasien. Die Beiriedschnitte hätten wir uns zarter gewünscht, das Fleisch war leider nur ungenügend abgehangen. Beim Makhanwala-Hühnercurry fehlten die typischen Gewürzaromen des indischen Originals. Im dazu gereichten Raita (im Original: Palak raita) vermisste man sowohl Knoblauch als auch Ingwer gänzlich. Die Motivation, sich vermehrt kulinarische Grundkenntnisse anzueignen, wäre für das Personal sicher eine Herausforderung für die Zukunft. Die Weinkarte offeriert eine schöne Auswahl vor allem österreichischer, italienischer und französischer Weine, wobei die Preise ein hohes Niveau erreichen. Auf der anderen Seite würde man in einem Fünf-Sterne-Haus schon erwarten, dass das französische Angebot zumindest einen 1er Cru Classé mit einschließt.
Das im Jahr 2009 eröffnete Medical Wellness Spa & Gourmethotel in Lienz bietet ein Ambiente der Spitzenklasse. Sowohl die Ausstattung der Royal-Suiten mit herrlichem Blick auf die Lienzer Dolomiten als auch der Beauty- und Wellnessbereich mit Schwerpunkt Medical Care sind auf höchstem Niveau. Diese Großzügigkeit des Fünf-Sterne-Hauses setzt sich im Gastrobereich fort. Auch im Kaminsalon, der Hotelbar und den fünf Restauranträumen spürt man die Eleganz und das Flair eines Grandhotels mit Reminiszenzen an die moderne Salonkultur des Fin de Siècle.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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