Das Bock Bisztró, benannt nach dem gleichnamigen Winzer aus dem südungarischen Weinort Villány, ist im Erdgeschoß des traditionsreichen Royal-Hotel Korinthia untergebracht. Das Restaurant ist im mediterranen, leicht eleganten Bistrostil eingerichtet. Die Atmosphäre ist einladend, der Service aufmerksam und mehrsprachig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist korrekt, die Portionen sind reichlich bemessen. Die Küche bietet mediterrane Gerichte, teilweise mit ungarischem Akzent, der insbesondere in den paprizierten Suppen sowie bei den getesteten Lammhaxen zum Ausdruck kam. Die Fischspeisen – herausragend die Sepie – kamen exzellent zubereitet auf den Tisch. Ebenso das Rindscarpaccio mit Gänseleberintarsien oder die auf den Punkt gegarte, rosa Entenbrust mit Belugalinsen in gewürztem Rahm. Nicht in gleicher Weise überzeugten die Desserts: Die Crème brûlée zum Tabakeis war zu stabil geraten, und die Mohn-Obers-Creme kam zu süß und geschmacklich uninspiriert. Neben den sehr gepflegten Weinen vom Spitzenwinzer Bock werden die besten Rotweine Ungarns fachgerecht in einer umfangreichen Getränkekarte – auch glasweise – angeboten.
Bock Bisztró Lajos Bíró
Zwar sind die schönsten Tage der Ringstraße Budapests schon längst vorbei, die einstige Einkaufsstraße hat sehr viel an Eleganz verloren, aber das Gebäude des Hotels Royal bietet eine angemessene Bleibe für das frechste Restaurant der Stadt – ein Vorzeigelokal des Spitzenwinzers József Bock aus Villány in Südungarn, der für seine großkalibrigen Rotweine berühmt ist. Daneben repräsentiert die Weinkarte auch andere Regionen des Landes, meist auch glasweise. Chef Lajos Bíró ist eine der Hauptfiguren der neuen Budapester Küche, er kombiniert ungarische Bistroküche mit extravaganten Zügen, aber auch einige Klassiker dürfen nicht fehlen. Zum Glück hat er nicht nur Sinn für Humor und bizarre Zutaten, sondern auch einen sehr selbstsicheren und markanten Stil. Sein Lecsó (die ungarische Variante von Ratatouille) und das Szegediner Hähnchengulasch überzeugen durch herzhafte Töne und natürlich ganz viel Paprika. Ochsenmaul „retro“ ist eines der berühmtesten Gerichte hier, das zarte Fleisch und die etwas überraschenden knusprigen Schweinsohrstückchen bieten eine etwas schräge, aber sehr gelungene Kombination. Lúdláb, Gänsefuß heißt das Dessert, eine süße Mischung aus Schokolade und Sauerkirschen.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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