Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Bock Bisztró, benannt nach dem gleichnamigen Winzer aus dem südungarischen Weinort Villány, ist im Erdgeschoß des traditionsreichen Royal-Hotel Korinthia untergebracht. Das Restaurant ist im mediterranen, leicht eleganten Bistrostil eingerichtet. Die Atmosphäre ist einladend, der Service aufmerksam und mehrsprachig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist korrekt, die Portionen sind reichlich bemessen. Die Küche bietet mediterrane Gerichte, teilweise mit ungarischem Akzent, der insbesondere in den paprizierten Suppen sowie bei den getesteten Lammhaxen zum Ausdruck kam. Die Fischspeisen – herausragend die Sepie – kamen exzellent zubereitet auf den Tisch. Ebenso das Rindscarpaccio mit Gänseleberintarsien oder die auf den Punkt gegarte, rosa Entenbrust mit Belugalinsen in gewürztem Rahm. Nicht in gleicher Weise überzeugten die Desserts: Die Crème brûlée zum Tabakeis war zu stabil geraten, und die Mohn-Obers-Creme kam zu süß und geschmacklich uninspiriert. Neben den sehr gepflegten Weinen vom Spitzenwinzer Bock werden die besten Rotweine Ungarns fachgerecht in einer umfangreichen Getränkekarte – auch glasweise – angeboten.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Bock Bisztró, das mit dem Corinthia Grand Hotel auf dem Budapester Erzsébet-Ring verbunden ist, eignet sich für ein meist gutes Essen in gehoben rustikaler Atmosphäre. Das kleine Gassenlokal ist eine Art Designer-Bistro, das vom ungarischen Star-Winzer József Bock betrieben wird. Bemüht rustikal sind die Speisen: Zu Beginn wird Schwarzbrot und Grammelschmalz gebracht, ähnlich die Vorspeisen, wie etwa Mangalitza-Speck oder Kolbász mit Letscho. Wer es etwas feiner haben will, sollte die Gambas mit Knoblauch und frischem Chili probieren, die sind einen Versuch wert. Die Hauptspeisen geraten dann manchmal doch ein wenig zu deftig, wie etwa das gekochte Rindsbein mit Paradeiskraut – nicht schlecht, aber auch kein Grund, vor Ehrfurcht niederzuknien. Auf einer großen Tafel werden mit Kreide die Tagesgerichte notiert, die meist im Bereich der ungarischen Hausmannskost angesiedelt sind. Die Weinkarte wird naturgemäß von südungarischen Weinen aus József Bocks Keller in Villány dominiert. Diese Weine, die auch regelmäßig Blindverkostungen in Frankreich gewinnen, zählen zu den besten in Ungarn.

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Bock Bisztró Lajos Bíró

Zwar sind die schönsten Tage der Ringstraße Budapests schon längst vorbei, die einstige Einkaufsstraße hat sehr viel an Eleganz verloren, aber das Gebäude des Hotels Royal bietet eine angemessene Bleibe für das frechste Restaurant der Stadt – ein Vorzeigelokal des Spitzenwinzers József Bock aus Villány in Südungarn, der für seine großkalibrigen Rotweine berühmt ist. Daneben repräsentiert die Weinkarte auch andere Regionen des Landes, meist auch glasweise. Chef Lajos Bíró ist eine der Hauptfiguren der neuen Budapester Küche, er kombiniert ungarische Bistroküche mit extravaganten Zügen, aber auch einige Klassiker dürfen nicht fehlen. Zum Glück hat er nicht nur Sinn für Humor und bizarre Zutaten, sondern auch einen sehr selbstsicheren und markanten Stil. Sein Lecsó (die ungarische Variante von Ratatouille) und das Szegediner Hähnchengulasch überzeugen durch herzhafte Töne und natürlich ganz viel Paprika. Ochsenmaul „retro“ ist eines der berühmtesten Gerichte hier, das zarte Fleisch und die etwas überraschenden knusprigen Schweinsohrstückchen bieten eine etwas schräge, aber sehr gelungene Kombination. Lúdláb, Gänsefuß heißt das Dessert, eine süße Mischung aus Schokolade und Sauerkirschen.

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