Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


K. u. k. Atmosphäre pur, man hat das Gefühl, im Budapest der Jahrhundertwende zu speisen. Holztäfelung, Wandmalereien, Fliesen der Porzellanmanufaktur Zsolnay sowie Deckenfresken von Károly Lotz. Die Kellner sprechen alle Deutsch und sind seit unserem letzten Besuch auffallend freundlich geworden. Das Restaurant Múzeum besteht seit 1885, also fast so lange wie das Nationalmuseum nebenan. Die Küche bietet nach wie vor eine interessante und recht gelungene Mischung aus traditionell ungarischen Gerichten und kreativen Experimenten des Küchenchefs Gábor Müncz, zum Beispiel Emu-Carpaccio mit Walnuss- und Pfirsichsauce, eine mit Shrimps gefüllte Hühnerbrust auf Hummersauce oder geröstete Saisonfrüchte in einer Pfeffer-Nuss-Honig-Sauce mit Bourbon-Vanilleeis – ein wirklich köstliches Dessert zum Abschluss. Sehr empfehlenswert ist der zartrosa gebratene Lammrücken in der Kräuterkruste, der abermals perfekt zubereitet war. Nach wie vor sehr gut ist die Weinkarte, die alle Spitzenweine der bekannten ungarischen Winzer zu vernünftigen Preisen bietet. Leider ist die Glaskultur immer noch letztklassig – Billiggläser wie aus dem Baumarkt.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Ein bisschen glaubt man schon, ins Budapest der Jahrhundertwende gereist zu sein: Holztäfelung, Wandmalereien und latent grantige Kellner in Gilets, die nur dann wirklich freundlich werden, wenn seine Durchlaucht persönlich nach einem passenden Tisch sucht. Das Restaurant Muzeum – das wohl so heißt, weil nebenan das prachtvolle Nationalmuseum auf Besucher wartet – besteht seit 1885, also fast so lange wie das Museum selbst. Die Küche hingegen bietet Modernes, zum Teil sogar Gewagtes: süß-saure Gänseleberterrine mit Blattsalat - geschmacklich nicht uninteressant. Einwandfrei auch die Ochsenschwanzessenz. Sehr zart, obwohl ein wenig zu durchgebraten, schmeckte die Entenbrust mit Weichselsauce. Mehr als mäßig war hingegen die Dessertspezialität des Hauses: eine kalte Palatschinke, übergupft mit viel zu fetter Mandel-Obers-Schokosauce. Dennoch: Küchenchef Gábor Müncz bemüht sich, gute Qualität zu bieten. Top ist die Weinkarte, sie bietet alle großen Weine ungarischer Spitzenwinzer und das zu vernünftigen Preisen. Schade, dass auf Glaskultur keinen Wert gelegt wird – die Weingläser sind letztklassig.

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Múzeum Étterem Zoltán Budai

Der Namenspatron, das Nationalmuseum nebenan, ist auch nur ein paar Jahre älter als das Restaurant Múzeum, kein Wunder, dass auch von innen alles ebenso ehrwürdig ist. Eröffnet im Jahre 1885, die Wände haben Geschichte, beim Anblick einiger Stammgäste hat man das Gefühl, dass sie schon seit der Eröffnung hier sitzen. Das Ambiente ist feierlich und elegant, der Service passt bestens zur gelebten Tradition. Die Speisekarte erweist sich als nicht besonders saisonbedingt, scheint ein bisschen statisch, deswegen verursachen die Spaghetti mit Garnelen eher Verwunderung, Pet?fi und seine Mitrevoluzzer drehen sich im Grab um. Getrocknete Petersilie erscheint leider auch im Eintopf aus Lendenbraten, eine gut gedachte Kombination mit Letscho und Tarhonya, einer hausgemachten, volkstümlichen Teigware. Das Halbgefrorene aus Mohn ist zu drei Vierteln gefroren, etwas zu hart geraten, aber mit der warmen Kirschsauce geschmacklich in Ordnung. Ein schönes Erlebnis mit Livemusik und Flair, aber ohne große kulinarische Highlights.

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