Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Zinc ist rein optisch immer noch eines der schönsten Restaurants der Stadt. Fein, dass die Zeitlosigkeit der Jugendstileinrichtung mit frischer Fusion-Küche konterkariert wird. Wobei man hier dennoch zu Gunsten der internationalen Gästeschar eher mild kocht, was schade ist. Die Butterkrebse in Tandooriwürze mit Kokosnuss-Sambal und Hummer gleich zu Beginn waren hervorragend. Sowohl das sautierte Lachsfilet mit Jerusalem-Artischocke und Chorizorisotto als auch das Lammkarree mit Fisolen und Pancetta sowie Chili und Minzjus kamen exakt und mit Finesse zubereitet. Zum Abschluss servierte man uns ein Valrhona-Schokoladeparfait mit gratinierter Blutorange, Mandelwaffel und leicht gesalzener Karamellessenz. Als Begleitung sehr zu empfehlen der äußerst leichte Chablis, den es auch glasweise gibt. Wie gesagt, ein bisschen mehr Mut würde nicht schaden. Dennoch, hier wird sowohl gekonnt mit frischen Produkten umgegangen als auch der geschmacklichen Subtilität eine Chance gegeben – in dieser Stadt mehr als nur ein gutes Zeichen.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Ein wahrlich schweres Erbe musste der Indonese Ari Munandar, ehemaliger Chefkoch des Mandarin Oriental Prague, antreten, als er Ende Mai im Hilton Prague Old Town sein Zinc eröffnete. Denn nach Gordon Ramsays Rückzug aus Prag muss er nun erst einmal kräftig überzeugen. Der Lehrling Wini Bruggers (Munandar kochte 1994 im Wiener Indochine 21) ist jedoch zweifellos ein Meister seines Fachs und kann nebenher auf Ramsays eingespieltes Team zurückgreifen. Mit raffiniert gewürztem Carpaccio vom Rind und erfrischenden Pomelostückchen mit Wildkräutersalat ging es auch gleich ordentlich zur Sache. Ungemein intensiv ging es mit einem geschmorten Heilbutt mit Favabohnenpüree und frischen schwarzen Trüffeln weiter, zur Begleitung kam ein knackiger Salat mit etwas zu viel Rucola. Ein Traum in jeder Hinsicht: die mit Sternanis und Zimt verfeinerte gebackene Babyananas, unter Geleit einer erfrischenden und angenehm lockeren Kokos-Panna-cotta und eines Passionsfruchtsorbets. Tadellos, und alles mit sehr individueller Note. Im Zinc wird eindeutig großzügiger und mutiger mit Gewürzen experimentiert als im Allegro im Four Seasons, wenngleich ein Vergleich dieser beiden Restaurants nicht leicht fällt.

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Zinc

Warum man sich in vielen Hotel-Restaurants nicht dazu durchringen kann, den Gästen mehr als durchschnittliche Küche zu bieten, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Auch wenn man, wie im Fall des Prager Hilton, einen Küchenchef aus Indonesien beschäftigt, die Speisen schmecken auch im Zinc überwiegend höchst langweilig. Die knusprig gebratenen Tintenfische hätten laut Angaben des sonst unaufmerksamen Services durch eine sehr, sehr scharfe Sauce begleitet werden sollen. Doch die dazugereichte Chilisauce war nur eine geschmacksarme, süße Lapalie. Das Lammkarree mit Gemüse und das koreanische Rindfleisch „Bulgogi“ überzeugten zwar hinsichtlich der Produktqualität, hatten aber die Bekanntschaft von Gewürzen nur von Weitem gemacht. Bei den Desserts beherrschten Eiskreationen einer bekannten Schweizer Eismanufaktur die Karte. Dies verdient sich, trotz der ausgezeichneten Qualität, eigentlich kein Gourmet, der sich verwöhnen lassen will.

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