Detailansicht 2012

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das Hotel Hoffmeister ist eine Prager Institution, obwohl das Haus aus den 1970er-Jahren stammt und nichts dort an die Belle Époque erinnert. Die Atmosphäre im Barbereich wird geprägt durch die Illustrationen von Adolf Hoffmeister (1902-1973), einer schillernden Figur des Prager Kulturlebens. Der ganz in Weiß gehaltene Saal des Restaurants vermittelt eine Leichtigkeit, die durch die verspielte Rokokomalerei auf den Sessellehnen noch betont wird. Auf Tischkultur wird großer Wert gelegt mit Platztellern, die Porträts von T. G. Masaryk, Václav Havel (der hier gerne zu Gast ist), Jean Cocteau und anderen Künstlern zeigen. Zum Gedeck brachte der aufmerksame Kellner Butter und Frühlingskäse. Dazu mehrere Brotsorten und Salzgebäck. Danach überraschte er mit einem Fischtatar und rohem Wachtelei als Amuse bouche und einer Vorspeise in Form eines Lachs-Würfels mit zartgrüner Erbsenmousse (aromatisch) und grasartigem Algen-Gemüse. Die „Alt-Prager Ente an Kümmel mit Rotkraut und hausgemachter Farce” kam leider ohne Farce (und kostete CK 360,– statt der auf der Karte ausgewiesenen CK 420,–). Beide Stücke – Brust und Keule – waren durch mehrmaliges Aufwärmen trocken geworden, daran konnte auch der gut karamellisierte Jus nichts ändern. Wie der Lachs präsentierte sich auch die Entenbrust als kompakter Würfel. Dazu – wie in Prag üblich – Semmel- und Erdäpfelknödel sowie gutes Rotkraut. Der Sabayon bildete mit seinem dezenten Weißweinaroma und den frischen, intensiven Beeren einen erfreulichen Abschluss. Der Weinkeller des Hauses birgt an die 4000 Flaschen, die Auswahl konzentriert sich stark auf Frankreich, aber auch Tschechien ist mit einem „Best of” vertreten. Dass die deutsche Übersetzung der Gerichte zuweilen unfreiwillig komisch klingt, ist bei einem Lokal, das so viel Wert auf Kunstgenuss legt, schade.

2010
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Hoffmeister ist ein berühmter Ort in Prag, beliebt besonders bei Politikern, die hier ihre Mittagspausen in barockem Umfeld ahalten. Charmant bis leicht überladen, mit Best-of-Klassik-Berieselung und ausgesprochen freundlichem Service. Die von Hotelgründer, Politiker, Literat und Maler Adolf Hoffmeister ausgestellten avantgardistischen Bilder brechen das pompöse Umfeld auf erfrischende Weise. Gekocht wird klassisch böhmisch mit kleinen Akzenten aus den umgrenzenden Ländern. Als Amuse bouche wurde ein feines pikantes Rindercarpaccioröllchen angerichtet. Ein löblicher Start, als nächsten Gang gab es eine prächtige Wachtelpraline, gefüllt mit Entenleber, Rhabarbergelee und Zuckererbsen. Als weitere Gaumenfreude stellte sich das Erdbeersorbet heraus, dicht gefolgt von einer geräucherten Lachsforelle mit knackigem warmen Linsensalat, grandiosem Karfiol-Püree und Nussbutter. Bevor diese Festlichkeit zum abschließenden Dessert gelangte, gab es noch ein Präsent aus der Küche, einen angenehm neutralisierenden Ribiselschaum, bis das Menü dann mit traumhaften Powidltascherln mit geriebenem Lebkuchen und Zwetschkensorbet endete. Feine Sache.

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ADA Martin Hoffmeister

Das Restaurant „Ada“ liegt unweit der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt. Dies ist nicht der einzige Grund, warum man hier essen sollte. Der Service agiert aufmerksam, die Weinkarte bietet interessante Überraschungen und die Küche arbeitet solide. Heuer zeigte das Team zuerst mit einer kalten Tomatensuppe, zu der das Tatar von Flusskrebsen hervorragend schmeckte, sowie mit den böhmischen Eierschwammerln, die in cremiger Sauce serviert wurden, sein Können. Der Coq au vin überzeugte durch die würzige Sauce, die Qualität der dazu gereichten Erdäpfel war hingegen unterdurchschnittlich. Die gebratene Kalbsleber mit süßlicher Rotweinsauce, Mangold und Püree überzeugte hingegen wieder völlig. Die flaumigen Palatschinken mit Ahornsirup und Heidelbeere, die unser Essen beendeten, werden wir auch noch lange in bester Erinnerung behalten.

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