Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Ein großes F für „France” schwebt in dicken Lettern über dem im Souterrain eines Wohnhauses versteckten Saal. Überall im Raum Kochbücher, Restaurantguides, Weinführer und zwischendurch immer wieder der gallische Hahn ... Seine Inspiration schöpft Radek David aus Südfrankreich, wo er im La Chassagnette bei Arles gelernt hat, Humor und Hingabe bringt er selbst mit. Er spielt gekonnt mit Geschmacksnuancen, füllt roten und gelben Spitzpaprika mit rohen Thunfischwürfeln, garniert sie mit exotischen Sprossen und fügt ein Löffelchen Basilikumpesto hinzu. Die großzügig bemessene Scheibe Gänseleberconfit kombiniert er mit Rhabarber-Pickles und Ribiseln und setzt keck ein paar violette Kresseblättchen drauf. Seine Spezialität – das Ossobuco vom Lamm – lässt er in der kupfernen Stielpfanne an den Tisch bringen. Die dunkle, dickflüssige Rotweinsauce köchelte noch leicht und duftete gut. Kräuter, Karotten, Speck und Schalotten gingen mit dem Mark des Knochens eine geschmacksintensive Verbindung ein. Das Fleisch mürbe, das Risotto dazu wunderbar. Bis auf die Tatsache, dass das Fleisch an einer Seite etwas angebrannt war. Das Sorbet – mit seiner leicht bitteren Champagnersauce – setzte zu dem doch sehr konsistenzreichen Gericht einen erfrischenden Kontrapunkt. Einiges Wissen und gutes Gespür beweist auch die Zusammenstellung der Weinkarte. Der Schwerpunkt liegt hier in Frankreich und Italien, unter den Weißweinen sind auch Rieslinge und Grüne Veltliner aus der Wachau, dem Kamptal und Südmähren vertreten. Vieles davon steht auch glasweise zur Auswahl.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Mitten in der Josefstadt, unmittelbar hinter der spanischen Synagoge gelegen, befindet sich dieses für moderne, internationale Küche und entspanntes Ambiente bekannte Restaurant. Zum größten Teil werden Zutaten aus regionaler und biologischer Produktion verwendet, wofür wir ein extra Lob aussprechen wollen. Denn das ist in diesem Land bisweilen noch selten. Die Vorspeise sah nicht nur toll aus, sie schmeckte auch hervorragend: Entenroulade mit süß-saurem Chutney und Johannisbeersauce, flott und zart. Der Kaninchenrücken (aus dem tschechischen Hochland) in Parmaschinken mit karamellisierten Karotten und Braterdäpfeln mag zu Mittag wuchtig klingen, wir wollten ihn aber aufgrund der liebevollen Zubereitung nicht missen. Kritik gibt es für das lustlose Dessert, ein Zitronensorbet mit Früchten der Saison. Fehler kann man bei dieser Speise ja kaum machen, hier schmeckte es aber langweilig, die Früchte waren als solche kaum noch zu erkennen. Zum Finale ein idealtypischer Espresso sowie köstliche Petits fours. Die tschechischen und mährischen Weine sollte man sich nicht entgehen lassen.

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La Veranda Yurij Kolesnik

Die Einrichtung liegt irgendwo zwischen Bistro, Wohnzimmer und Landhausromantik. Manche mögen es kitschig schimpfen, wir fanden es einfach gemütlich. Die Servicemitarbeiter erlebten wir professionell und freundlich in einer vorbildlichen Kombination. Und die Küche? Ja, auch sie war höchst erfreulich – kreativ aus erstklassigen Grundprodukten. David Radek ist ein ernst zu nehmender Koch mit Talent. Das bestätigte er mit gebackenem Ziegenkäse (Bocconcino di pura capra) mit Melanzanipüree und Kirschtomatenkompott, einer wunderbar abgeschmeckten Fischsuppe mit Tomate; auch die herzhaften Agnolotti mit Ente und Apfel gefüllt, dazu eine sämige Foie-gras-Sauce gefielen. Die Pasta wird übrigens selbst gemacht. Das Lamm-Ossobuco mit Parmesan-Risotto und das warme Schokoladesoufflé mit saurem Kirsch-Coulis und Pistazien-Eis zum Abschluss bestätigten schließlich die zwei Hauben.

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