Detailansicht 2012

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Hat man einen Platz im wunderschönen Hof des Palais Harrach ergattert, kann man sich von Kolorit und Atmosphäre dieses Renaissance-Palais geistig nach Italien beamen lassen. Das bedeutet: unbedingt einen Tisch reservieren, denn die Trattoria ist gut besucht. Das Martinelli ist ein Juwel mitten in der City, und selbst die beinahe originelle Launenhaftigkeit der Kellner passt an diesen Ort, bringt einen zum Schmunzeln. Gelassenheit gehört offenbar zu den Statuten, und so kommen die Speisen dann, wenn sie eben fertig sind. Als Auftakt wird das Carpaccio di manzo bilderbuchhaft schön auf den Tisch gebracht. Man verliert sich ein bisschen in italophilen Erinnerungen, und wie aus dem Nichts kommt das Secondo di pesce, Wildbranzinofilet mit Granatapfel – herrlich. Dies scheint selbst der Cameriere mit seinem Augenaufschlag zu bestätigen. Bin ich froh. Splendido.

2010
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Viele Lokale in Wien lassen von ihrem Namen auf Italien schließen, doch nur wenige werden diesem Anspruch gerecht. Die Trattoria Martinelli im Palais Harrach mit schönem Gastgarten im barocken Innenhof erfüllt die damit verbundenen Erwartungen jedenfalls eindeutig. Il padrone und i camerieri begrüßen und betreuen den Gast mit dem nonchalanten Charme unserer südlichen Nachbarn, in der Vitrine lockt das tagesaktuelle Fischangebot und ein symptomatisch-bescheidenes Gedeck – Weißbrot und abgepackte Grissini – lässt Italia-Feeling aufkommen. Seit Antonio Noto – zuletzt aus dem Dornbacher „La Voglia in Erinnerung – das Küchenzepter übernommen hat, gerät das Oktopus-Carpaccio unauffällig-subtil, die – al dente – Ravioli mit Brie-Füllung und Erdbeeren rundum erfreulich und die Kalbsmedaillons mit traumhafter (Polenta-)Rucolasauce besser als so manche Secondi in bella Italia. Sinnvollerweise wird das Gemüse dazu auf einem Extrateller serviert. Warum das aus einer Art Reis mit Meeresfrüchten bestehende Amuse bouche ohne jede Erläuterung und der gar nicht einmal so schlechte Chianti aus dem glasweise erhältlichen Weinangebot eiskalt serviert wurden, blieb allerdings ein unaufgeklärtes Mysterium.

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Trattoria Martinelli Luigi Barbaro

In den ehrwürdigen Mauern des Palais Harrach in der Wiener Innenstadt ist es nicht wirklich schwierig, die Vorfreude auf ein gediegenes Essen zu entwickeln. Und auch wenn Akzent und Auftreten der Kellner manchmal schon ein wenig an eine Parodie erinnern, dann besteht doch von Anfang an kein Zweifel, wohin die Reise geht: Dies ist ein italienisches Ristorante, das auch in Milano, Firenze oder Siena eine gute Figur machen würde. Gut, das kulinarische Angebot ist vielleicht nicht rasend inspiriert und auch in seiner Auswahl überschaubar. Aber sehr solide und authentisch. Die Terrina di porri con sardine marinate (Lauchterrine) bot gleich zum Auftakt ein interessantes Geschmackserlebnis, die Pappardelle al ragù di cinghiale (Bandnudeln mit Wildschweinragout) versetzten uns augenblicklich in ein toskanisches Wirtshaus. Die gegrillten Calamari auf einem Spinatbett mit Rosmarinerdäpfeln schmeckten sehr ordentlich. Die geschmorten Kalbsbackerln waren zwar fantastisch, hatten aber einen Schönheitsfehler: Das dazu servierte Rosmarinpüree war seinen Namen nicht wert, sondern eine lieblos zerstampfte Erdäpfelpampe. Doch die Dessertvariation „Impressione di dolci“, bestehend aus Panna cotta, Tiramisu und einem Orangenparfait mit Mandarinen, machte es wieder gut. Mille grazie.

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