Eine gar nicht winterliche, vielmehr frühlingshafte Landschaft bot sich unserem Blick aus dem Panorama-Fenster des stilvollen Speisesaales am See. Küchenchef Andreas Striemitzer fühlt sich einer regionalen Küche verpflichtet und bezieht deshalb den Großteil der von ihm verarbeiteten Produkte aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Wir wählten eine repräsentative Speisenfolge, solide handwerkliche Qualität offenbarten jedoch nur die Hauptspeisen. Bei der Vorspeise, einer Kaninchenpastete, erfreute noch die originelle und sehr dezente Garnierung: fein marinierte Rote-Rüben-Scheiben, Kresse und Kerbelpesto. Der Leberknödel in der klaren Rindsuppe war ausgezeichnet, die Suppe jedoch geschmacklich kaum wahrnehmbar. Auch die Schwarzwurzelsuppe war dünn, der Geschmack des herrlichen Wintergemüses nicht ansatzweise erkennbar. Als kulinarische Höhepunkte erwiesen sich das Hirsch-Schnitzel in Biskuit-Panade und die Tranche von der gebratenen Lachsforelle. Das Fleisch war ein exzellent gegarter und gewürzter Hirschrücken, bei der Forelle hob die klassische Zubereitung den arttypischen Geschmack schön hervor. Für die Beilagen würden sich aber weit überzeugendere Lösungen anbieten, zudem war eine davon, der Rahmkohl, völlig versalzen. Das Dessert, Dreierlei aus Schokolade, war von durchschnittlicher Qualität.
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Man hat sich als Paradies für „absolute Nichtraucher“ positioniert und zieht dieses Konzept streng durch: Wer rauchen will, muss auf öffentlichen Grund – sprich: zur Bushaltestelle – ausweichen. Ähnlich konsequent setzt das Team um Küchenchef Andreas Striemitzer seine nachhaltige Linie um. Das beginnt beim (Kräuter-)Garten, setzt sich bei der Essigauswahl fort, führt zu Weinen aus biologischem Anbau und mündet in hübsche Menüfolgen, die Fisch, Fleisch oder Gemüse die Hauptrolle zuweisen. Die gefüllten Zucchiniröllchen mit Tomaten-Paprika-Gemüse hatten zwar eher Schonkost-Charakter, am Rande der Geschmacklosigkeit, doch schon das pochierte Saiblingsfilet mit Couscous-Salat konnte da angenehm dagegenhalten. Mit Butterschmalzaroma überzeugte die Piccata von der Pute auf kerniger Vollkornpasta. Von aromatischer Nachhaltigkeit war das Zitronensorbet. Ob nun wirklich die Musik-Kulisse für die grandiose Qualität des Filets vom Mozartrind ausschlaggebend war? Egal: Mit Erdäpfelrisotto (gewürfelte Kartoffeln), glacierten Chippolini und Rotweingelee verdiente es eine Lobeshymne. Auch als olfaktorisches Erlebnis punktete das Nusskrokanttascherl.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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