Detailansicht 2012

2011
16 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Das 2005 eröffnete Lokal liegt ebenerdig im ehemaligen Stadtpalais des Grafen Erdödy, der vor 200 Jahren hier ein privates Opernensemble unterhielt. Der Saal erstrahlt ganz in Weiß, in der kalten Jahreszeit flackert im hinteren Teil des Restaurants ein Feuer hinter Glas. Seit Jaroslav Z?ídek die Leitung übernahm, arbeitete sich die Küche zu einem in der Stadt unübertroffen hohen Niveau empor. Der vom Kellner empfohlene Aperitif – Ingwerlimonade mit Rosé und Crushed Ice – war an diesem heißen Tag ein Volltreffer. Die lauwarm servierte Topinambur-Velouté mit ausgelösten Langusten verströmte einen angenehmen Duft, war tatsächlich von samtiger Konsistenz und durch ein zartes Band aus leuchtend grüner Erbsenessenz optisch überaus ansprechend präsentiert. Sehr subtil auch die nach dem Monte & Mare-Prinzip zusammengestellten Suppeneinlagen: knackige Ziegenkäse-Kroketten in Kombination mit Meeresfrüchten. Ebenso viel kompositorisches Geschick bewies Z?ídek beim pochierten Kabeljau-Steak, mit den Beilagen zu einem turmartigen Gebilde aufgeschichtet: Rösti (leider etwas zu stark gesalzen), klein geschnittener Lauch in einer eleganten Sauce hollandaise, dann der makellos weiße Fisch und als Topping hauchdünner, marinierter Fenchel. Sowohl optisch als auch in puncto Aromen-Kombination äußerst gelungen. Nach dem gleichen Prinzip funktionierte auch das Dessert: leicht zerfließendes Whiskyeis wurde mit flüssigem Joghurt aufgegossen und ergab gemeinsam mit den sich darin auflösenden Schokosplittern und Kokosraspeln eine delikate Abfolge von süß, säuerlich, bitter, milchig, kalt und eisig. Ambitionierte, sorgsam zusammengestellte Weinkarte mit vielen Raritäten aus den großen Weinbaugebieten der Welt.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Das Camouflage liegt an einer der schönsten und deshalb meistfrequentierten Stellen des Zentrums in der Fußgängerzone der Altstadt. Es ist zu ebener Erde untergebracht im mehr als 200 Jahre alten gräflichen Erdödy-Palast. Das Interieur ist sehr elegant, modern, unaufdringlich, stilvoll, funktionell und trotzdem gemütlich. Das internationale Publikum besteht durchwegs aus gutbürgerlichen Privat- oder wohl bestallten Geschäftsgästen, denn es gilt als eines der teuersten, aber auch besten Lokale der Stadt. Die Karte ist sehr übersichtlich und in Deutsch, Englisch und Slowakisch gehalten. Die Weinkarte ist reich an in- und ausländischen Weinen, dem Besitzer dieses Lokals gehört schließlich auch „in vino“, der beste Weinbaubetrieb der Slowakei. Umso enttäuschender dafür das fantasielose Angebot beim Mineralwasser. Die Hauptspeisen bewegen sich in einem Rahmen von 15 bis 30 Euro, besonders überzeugt haben die Ravioli mit Pilzen, Salat und Parmesanschaum, geschmacklich pointiert, das toskanische Ferkel auf Bohnenpüree mit Trüffelpilzsauce ebenso. Auch heimische Küche findet hier ihren Niederschlag und besonders lobenswert ist das Streben des Chefkochs Jaroslav Žídek nach hoher Produktqualität: das Thunfischsteak mürbe, medium mit einer knusprigen Kruste und einer einfallsreichen Komposition aus Mango und Shii-take als Beilage. Die Crème brûlée wurde leider mit gefrorenen Waldfrüchten, dafür aber mit selbst gemachtem Vanilleeis serviert.

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Camouflage Jaroslav Zídek

Küchenchef Martin Kobelic ist verantwortlich dafür, dass das „Camouflage“ zu den besten kulinarischen Adressen der slowakischen Hauptstadt zählt. Verlässlichkeit, mit einer Spur Esprit, ist das Geheimnis, das begeistert: Die in Tempurateig gebackenen Austern wurden mit einer angenehm würzigen Koriandersauce serviert, der gebratene Oktopus hingegen mit einem leicht süßlichen Jus aus verschiedenen Früchten. Die großzügig dimensionierte kalte Gurkenschaumsuppe waren perfekt abgeschmeckt und die dazu servierten Garnelen erfreulich frisch. Anschließend standen ein glasig gebratener Kabeljau sowie eine mit Gänseleber gefüllte Wachtel am Speiseplan. Beide Gerichte zeigten die handwerklichen Fähigkeiten der Küchenmannschaft und begeisterten in allen Belangen. Eine erfrischende Joghurtsuppe mit weißem Schokoladeeis beendete ein vorzügliches Essen. Das Preisniveau entspricht dem Gebotenen, sofern man sich an den slowakischen Weinen erfreut und die völlig überteuerten österreichischen, italienischen und französischen Flaschen ignoriert.

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