Wie das im gleichen Gebäude gelegene und zum gleichen Unternehmen gehörende Camouflage bezieht sich auch das FLOWERS auf Andy Warhol und zeigt an den Wänden dessen Hibiskusblüten-Prints aus den 1960er-Jahren. Im Gegensatz zum Camouflage sitzt man hier sehr entspannt im glasüberdachten Innenhof wie auf einer italienischen Piazza und beobachtet die junge Crew, wie sie in der Schauküche mit Töpfen und Pfannen hantiert. Die Karte berücksichtigt die in der Stadt allgegenwärtige Vorliebe fürs Mediterrane, listet aber neben Pasta, Gnocchi, Risotti und Seafood auch einige raffiniertere Gerichte auf. Zum Gedeck gab es Tomatensalsa und Gebäck aus Germteig, danach wählten wir arabische Mezze, die in vier Schälchen auf einer Art Empore effektvoll präsentiert wurden und durch die Verwendung frischer Kräuter und gut dosierter Gewürze die ganze Pracht des Orients kurz aufleben ließen. Highlight davon: die gefüllten Weinblätter, roh wie frischer Salat, die Fülle bestand nicht aus Reis, sondern aus lauwarmem Lammragout mit frischen Tomaten. Das hauchdünne indische Brot dazu vollendete das große Essvergnügen. Wie gut er es versteht, klassische Rezepte durch einen leichten Dreh aufzuwerten, bewies Küchenchef Jaroslav Žídek auch mit seinen Kalbsbackerln in Burgundersauce, drei extrem weiche Fleischstücke in einem gut reduzierten, glasigen Jus, mit einem papierdünnen, knusprigen Stück Speck ansprechend präsentiert. Die junge Servicebrigade gab sich locker, aber dennoch kompetent, konnte über Vatlapa – ein Dessert aus Sri Lanka – Auskunft geben und ist bei den Weinen versiert.
FLOWERS restaurant & wine bar Jaroslav Zídek
Seinen Namen verdankt das „Flowers“ Andy Warhol, der selbst zwar nie in der Slowakei war, dessen Eltern aber aus einem kleinen Dorf nahe der polnischen Grenze stammten. Als Hommage an den Erfinder der Pop-Art hängen Reproduktionen der von ihm in den 1960er-Jahren geschaffenen Serie von Hibiskusblüten an den Wänden. Der „Saal“ ist eigentlich kein Saal, sondern der glasüberdachte Innenhof des Palais Erdödy, in dem sich auch das „Camouflage“ befindet. Man sitzt sehr entspannt und kann, während man auf das Essen wartet, zusehen, wie die junge Crew in der Schauküche mit Töpfen und Pfannen hantiert. Der Service agiert flink und brachte bald schon nach dem Tomaten-Pesto zum Gedeck die Vorspeisen – arabische Mezzes, die in vier Schälchen auf einer Art Empore sehr effektvoll präsentiert wurden. Auberginen-Püree, Taboulé und Humus waren delikat, wurden aber von den mit lauwarmem Lamm-Ragout gefüllten Weinblättern noch in den Schatten gestellt. Dazu gab es hauchdünnes indisches Brot. Dass er es versteht, klassische Rezepte durch einen leichten Dreh aufzuwerten, bewies Küchenchef Jaroslav Zídek auch mit seinen Kalbsbackerln in Burgunder-Sauce – drei weiche, wie kleine Steaks portionierte Fleischstücke in einem gut reduzierten, glasigen Jus. Das Filet von der Lachsforelle mit Trüffel-Obers-Sauce zu kombinieren, erwies sich allerdings als eine weniger gute Idee. Die Aromen „erschlugen“ einander, die Haut des Fisches hätte man sich weniger schwammig gewünscht. Für eine gelungene Überraschung sorgte dann wieder das Dessert: lauwarme Apfelstückchen von einem zarten Teig-Ring zusammengehalten und mit Butterbröseln überstreut, ergaben eine Neuinterpretation des Apfelstrudels. Dazu eine Kugel Karamelleis, die das Ganze auf kühle Art abrundete. In der effektvoll beleuchteten Vinothek im hinteren Teil des Saales lagern neben großen Weinen aus dem Ausland auch solche aus renommierten slowakischen Weingütern. Vieles davon wird glasweise ausgeschenkt, was in Bratislava eher selten vorkommt.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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