Detailansicht 2012

2011
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Die Gegend ist durch die Mega-Baustelle eines Kleidungs-Konzerns derzeit zwar ein wenig beeinträchtigt, was Alexander Meidlinger – davor etwa an den Herden der Cantinetta Antinori und des Novelli tätig – aber nicht davon abhielt, einen ehemaligen Eissalon zu einem gediegenen City-Ristorante zu machen. Das gelang einerseits mittels einer (etwas protzigen) Metall-Bar, andererseits durch eine brave, mediterrane Küche, die zwar selten den Mut besitzt, den ausgetretenen Pfad des Edel-Italienertums zu verlassen, auf diesem Pfad aber sehr sicher wandelt. Vor allem bei der Pasta merkt man Begeisterung und Freude an der Sache, die Prosciutto-Ravioli überzeugten sowohl hinsichtlich Konsistenz als auch Würze. Das Butterfisch-Carpaccio litt – wie bei diesem Fisch üblich – unter völliger Geschmacksneutralität, bei der normalerweise auch gern ein bisschen faden Perlhuhnbrust bekam man dieses Problem ganz gut in den Griff, wenngleich die Beilage ein wenig ins Überkreativ-Hysterische tendierte: Bitte aufpassen mit dem Obst. Auf der Weinkarte findet man die üblichen Verdächtigen aus Österreich und ein paar prominente Italiener.

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italic Alexander Meidlinger

Die prominente Lage Ecke Kärntner Straße-Johannesgasse macht dieses in Gold-Beige zeitentrückt eingerichtete Restaurant zur potenziellen Touristenfalle. Nun, so richtig kann da nicht Entwarnung gegeben werden. Das Angebot liest sich zwar recht interessant, dass allerdings nur wenige Minuten nach der Bestellung bereits serviert wurde, war in Bezug auf Frische der Zubereitung nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Vieles schmeckte demgemäß auch beliebig und ohne Esprit. Bärlauchschaumsuppe (überwürzt), Cranberry-Frühlingssalat mit geräucherter Entenbrust (farblos), mit Selchripperln gefüllte Ravioli in Honig-Senf-Sauce, Branzino mit Orangen-Rauchsalz (langweilig-lieblos), Italic nero (dunkler Schokokuchen mit heißem Kern und Himbeeren) – okay. Zugleich besonders positiv und negativ das Gebratene (geschmacklich gut zubereitet) und Geschmorte (penetranter Geschmack, nahezu ungenießbar) vom Stubenküken mit Bärlauch-Erdäpfel-Roulade. Höflicher Service, überzogene Preise.

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