Detailansicht 2012

2011
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Franz Aichhorn hat sich in seinem ländlichen Restaurant ein neues Umfeld geschaffen und kocht hier mit gleicher Leidenschaft für regionale Produkte, aber auf einfacherem Niveau als im seinerzeitigen haubengekrönten Dorfkrug in Flachau. Auge und Gaumen erfreuten sich zu Beginn an einem feinen Gugelhupfsülzchen vom Pongauer Jungrind, begleitet von Feldsalat und Gurkenstreifen, gefüllt mit mollig marinierten Gurkenstückchen. Die intensive Rinderkraftsuppe schmeckte sowohl mit Leberknödel als auch mit Frittaten ausgezeichnet. Das Fohlensteak war perfekt gegart, von geschmacklich dichter Sauce und Erdäpfelpüree begleitet, auch das Wiener Schnitzel präsentierte sich comme il faut, ein wenig enttäuschend aber der langweilige Zwiebelrostbraten und die etwas trockenen Kräuterbutternockerln. Eine gelungene Kombination war das abschließende, mit Gorgonzola überbackene Kletzenbrot, aber auch der gebackene Brandteig mit Schokolademousse und die knusprigen Mohnblattln schmeckten bestens. Die Weinauswahl ist gut und passt zur traditionellen, bodenständigen Küche.

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Aichhorn Franz Aichhorn

Radfahren, so sagt man, verlernt man nie. Ähnlich verhält es sich auch mit Köchen, die ihr Talent niemals verlieren. Daher verwundert es eigentlich nicht, dass Franz Aichhorn wieder zu alten Stärken zurückgefunden hat. Zwar bietet der Küchenchef, wohl aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten, auch ein Angebot für die Schnitzel- und Pommesfraktion, lässt man ihm aber freie Hand, verlässt man das Haus mit Sicherheit höchst zufrieden. In unserem Fall startete der Küchenchef mit einer gebratenen Wachtel, die er auf einem gemischten Kräutersalat servieren ließ. Gewagt kombinierte er den kleinen Vogel mit gebratenen Ananasscheiben. Die Kombination erinnerte gottlob nicht an unglückliche Hawaii-Experimente, sondern vereinte die leichte Herbheit der Kräuter ideal mit dem süß-säuerlichen Geschmack der tropischen Frucht. Die Bärlauchcremesuppe wurde durch einen pochierten Waller gekrönt und der als Zwischengang servierte Branzino war schlichtweg perfekt gebraten. Ein fast schon scharfes Ingwer-Clementinen-Sorbet erfrischte uns vor dem Filet vom Pongauer Rind. Exakt gebraten und mit einer Schokolade-Rosa-Pfeffer-Sauce serviert, machte das Fleisch bis zum letzten Bissen Vergnügen. Einzig beim vermeintlichen Lebkuchenauflauf hatte der Küchenchef kein so glückliches Händchen. Er war langweilig und die dazu servierte Sauce nichts als süß. Summiert man die Leistung, kann man jedoch nur applaudieren! Kleinarl ist kulinarisch wieder eine Reise wert.

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