Detailansicht 2012

2011
14 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Frischen kulinarischen Wind braucht das Land, denn in der Südtiroler Restaurantszene tut sich eigentlich seit Jahren kaum etwas. Umso erfreulicher ist es, wenn von einem viel versprechenden neuen Restaurant wie dem Culinaria im Farmerkreuz berichtet werden kann. Nach Auslandsaufenthalten in der gehobenen Gastronomie wollten die „jungen wilden“ Brüder Karl und Manfred Kofler dem elterlichen Betrieb einen kreativen Schub verpassen. Und sind dabei auf dem richtigen Weg: Die gebratene Foie gras auf karamellisierten Golden-Delicious-Äpfeln war eine Verführung, zart schmelzend und edel. Die Tortelli vom Kalb auf Frühlingslauch mit Trüffelschaum stellten handwerkliche Kunstwerke mit geschmacklicher Tiefe dar. Das Kalbsfilet lag weich unter einer Kräuterkruste und wurde von Stangenspargel und einem getrüffelten Sellerie begleitet. Leicht und von angenehm zurückhaltender Süße das Tonkabohnen-Crêpe-Röllchen mit Vanilleeis. Es scheint Konzept der Küche zu sein, nichts zu überladen, sondern mit wohl durchdachter Klarheit zu punkten. Einziger Wermutstropfen: Die Portionen könnten etwas größer sein. Der Service macht seine Sache vorzüglich, weiß, wann es zu beraten gilt und wann Zurückhaltung angebracht ist. Noch ein Wort zum Ambiente: Der Ausblick ins weite Etschtal ist atemberaubend, das Interieur schick und modern.

zurück

Culinaria im Farmerkreuz Stefan Kofler

Die Betriebe in der Touristenhochburg sind auf Halb- oder Vollpension ausgerichtet. Dass hier in den letzten Jahrzehnten keine erwähnenswerten Restaurants Fuß gefasst haben, ist daher nicht verwunderlich. Umso mehr erstaunt und erfreut es, wenn zwei junge Restaurateure diesen mutigen Schritt wagen. Und dieser Schritt ist mehr als gelungen. Das Interieur erinnert ein wenig an kalifornische Bistros – überhaupt hat das Ganze einen Fernweh-Touch, der weite Blick nach Süden unterstreicht dieses Gefühl noch. Und von ihren kulinarischen Reisen haben die Gebrüder Kofler auch einiges mitgebracht. Zum Beispiel ein Tatar vom Black Angus, das mit einer unüblichen Vielzahl an Kräutern und Gewürzen angerichtet wurde und durch geschmolzene Tomaten einen leicht süßlichen, wundersamen Abgang erhielt. Auch die hausgemachten Kartoffelnocken mit Artischocken, Oliven und gereiftem Pecorino unterstrichen die Leichtigkeit, mit der hier gekocht wird. Ebenso überzeugten die zarte, schmackhafte Tagliata vom Black Angus und noch mehr die konfierte Lammstelze, die knusprig und zart gleichermaßen mit viel Fond kredenzt wurde. Absolut empfehlenswert war das Mandarinensorbet mit Basilikum, das uns weiterhin in exotischer Fantasie schwelgen ließ.

Kommentare

Kommentare werden geladen...



Newsletter abonnieren

Zur Anmeldung