Der führende Szene-Gastronom des Landes, Sigi Innauer, hat im modern adaptierten Areal der ehemaligen „Naturschau“ in der verkehrsberuhigten Zone der Innenstadt eine neue Wirkungsstätte gefunden. Verteilt auf Speiseräume mit wechselnden Kunstinstallationen, Terrasse und Bar lässt er mittags ein leichtes Zweigangmenü servieren, abends kann man aus der großen Karte das Gourmetmenü oder Standards wie Entrecôte wählen. Mit Jodok Dietrich konnte er einen hochbegabten, sensiblen Küchenchef gewinnen, der zuvor beim zweifachen „Koch des Jahres“ der Schweiz, Caminada, seine Ausbildung genossen hatte. Schon die asiatisch gewürzte Fleischsuppe mit Rindsfilet begeisterte, das Vitello tonnato mit der kreativen Garnierung gefiel nicht weniger. Der filigrane Waller mit Erbsen und dem grandiosen Erdäpfelschaum war Hochküche schlechthin. Ein Traum die butterzarten Kalbsbäckle mit herrlichem Jus und Mangold. Nicht minder überzeugten die luftigen Topfenknödel, köstlich mariniert mit frischen Himbeeren. Auch Service und Weinangebot sind auf hohem Niveau; empfehlenswert der „Innauer Weiß“, den Claus Preisinger eigens für das Haus vinifizierte.
Innauer Siegfried Innauer
Seit 2009 ist Dornbirns Innenstadt um diesen Szenetreff reicher. Die ungezwungen lockere Atmosphäre unterstreichen eine minimalistische Einrichtung, ein junges Team und die zum Essen mitunter zu laute Lounge-Musik, denn Bar und Restaurant sind lediglich durch Vorhänge abgeteilt. Das Nüchterne zieht sich bis zum Tisch ohne Tuch, das Restaurant hat etwas Kantinencharakter, wirken sollen die Leistungen am Teller von Küchenchef Jodok Dietrich. Der junge Koch verarbeitet nach Saison qualitativ hochwertig-frische Zutaten, kombiniert gekonnt Traditionelles mit Neuem, setzt den Schwerpunkt auf Österreich und mengt hin und wieder Internationales bei. Dienstag bis Freitag gibt es einen Mittagstisch, am Abend die größere Karte mit wechselnden vier- und fünfgängigen Kompositionen. Bei den erlesenen Blattsalaten fehlte dem Dressing die Würze, dafür überzeugte das halbgefrorene Joghurtparfait mit Saubohnen, Wildkresse und Minze. Viel zu dünn geriet die Bärlauchsuppe, zart war hingegen das grillierte Rind auf Radicchio. Ausgezeichnete Fleischqualität und exakte Zubereitung erfreuten bei Kalbsrücken und Maishendl, jedoch hatten beide einen Nachgeschmack nach öfter verwendetem Öl, der Mangold wurde gar ohne Abschmecken serviert. Sämtliche Gerichte hätten mehr Wärme vertragen. Sowohl Rhabarber- als auch Passionsfrucht-Mango-Sorbet wirkten in ihrer Aromatik ein wenig vordergründig und künstlich.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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