Detailansicht 2012

2011
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Etwas versteckt, aber durch die gute Beschilderung leicht erreichbar, bietet sich das Landhotel St. Georg als Rückzugsort für stressgeplagte Genießer an. Das À-la-carte-Restaurant und die Hotelgäste sind gemeinsam untergebracht, man gibt sich im alpenländischen Rustikalstil. Die Speisekarte enthält ein „Genuss-Regionen“-, ein „Alpen-Adria“- und ein Tagesmenü, aus der der À la carte-Gast wählen kann. Die Küche zeigt Können, ist aber zaghaft beim Würzen. So war die Eierschwammerlterrine als Gruß aus der Küche zwar schön für das Auge, hinterließ jedoch am Gaumen keinen nachhaltigen Eindruck. Die Erdäpfelcremesuppe kam mollig, cremig, aber fad im Geschmack. Die hausgemachten Ravioli mit Spargelfülle erwiesen sich am Teigrand etwas knackiger als al dente, und die Gnocchi bei den auf den Punkt gebratenen Rehnüsschen hätten etwas mehr geschmacklichen Pep vertragen. Herausragend dagegen die Desserts. Auch der Klassiker Mohr im Hemd erwies sich als äußerst gelungen. Im Restaurant werden auch Weine aus Slowenien angeboten. Davon haben wir vergnüglich Gebrauch gemacht und einen Cabernet Sauvignon aus der Goriška Brda als exzellent eingestuft.

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Landhaus St. Georg Di Andraz Vrenko, Mag. Milena Simic

Alpe trifft Adria: Auf den ersten Blick kein wirklich sensationelles Konzept. Wenn man aber weiß, dass die Besitzer des Unternehmens aus Slowenien stammen, kriegt das Ganze einen gewissen Witz. Zumal man als Gast nicht nur zur glasweisen Bestandsaufnahme slowenischer Winzerkunst motiviert wird, sondern auch Köstlichkeiten wie Carpaccio vom Wolfsbarsch aus slowenischer Biozucht serviert bekommt. Der wird auch ganz puristisch nur mit Zitrone und etwas Olivenöl serviert – wie überhaupt die Küche einer „no nonsense“-Strategie folgt, die sich vom vielerorts üblichen Chichi wohltuend abhebt. Geradlinige Aromen bestimmten das Menü, das traf auf das Erdbeer-Rhabarber-Chutney zum Carpaccio genauso zu wie auf den Wolfsbarsch in der Salzkruste. Und zum superzarten rosa Kalbsrücken mit heurigen Kartofferln und Spargel war die Hollandaise definitiv sensationell. Dass extraoriginell gekocht würde, kann man zwar nicht sagen. Aber das muss ja auch nicht sein bei Gerichten wie der hausgemachten Gibanica aus Topfen, Mohn, Nüssen, warm und mit Vanilleeis serviert. Bei den Erdbeervariationen ging dem Konzept dann ein bisschen die Luft aus. Sonst aber keine Spur von Fadesse und ein rührend bemühter Service.

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